Apothekerkammer stoppt geplante Telemedizin-Station in Winterberger Apotheke kurz vor Eröffnung
Tim BöhmApothekerkammer stoppt geplante Telemedizin-Station in Winterberger Apotheke kurz vor Eröffnung
Geplante Telemedizin-Station in Winterberger Franziskus-Apotheke von Apothekerkammer gestoppt
Eine geplante Telemedizin-Station in der Franziskus-Apotheke in Winterberg wurde von der zuständigen Apothekerkammer untersagt. Die Entscheidung fiel nur einen Tag vor der Neueröffnung der Apotheke unter neuer Leitung. Das Verbot hat eine Debatte über die Rechtmäßigkeit und den Nutzen solcher Angebote in Apotheken ausgelöst.
Die Apotheke, die künftig von Jasmin Ennulath geführt werden soll, wollte die Medivise-Telemedizin-Station als Teil ihres erweiterten Serviceangebots einführen. Apothekeninhaber Jürgen Schäfer argumentierte, die Station würde den Ablauf alltäglicher Prozesse wie die Ausstellung von Folge-Rezepten beschleunigen und unnötige Notaufnahme-Besuche verringern. Zudem berief er sich auf § 129 Absatz 5h des Sozialgesetzbuchs (SGB), der seiner Auffassung nach Telemedizin-Konsultationen in Apotheken ausdrücklich erlaube.
Die Apothekerkammer hingegen urteilte, dass eine Arztstation innerhalb einer Apotheke gegen Vorschriften verstoße und zu unangemessenen Patientenüberweisungen führen könnte. Diese Begründung wies Tobias Leipold, Mitgründer und Chief Strategy Officer von Medivise, zurück. Er betonte, es gebe keine rechtlichen Hürden, und erwarte eine zügige Klärung der Angelegenheit.
Die Apotheke lehnte den Vorschlag ab, die Station außerhalb der Räumlichkeiten aufzustellen. Sowohl Schäfer als auch die angestellte Apothekerin hoben das Potenzial der Telemedizin hervor – insbesondere in ländlichen Regionen wie Winterberg. Vergleichbare Medivise-Stationen sind bereits in anderen Apotheken ohne regulatorische Bedenken im Einsatz.
Der Streit verhindert vorerst die Umsetzung des geplanten Telemedizin-Angebots. Das Verbot unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen innovativen Versorgungsmodellen im Gesundheitswesen und regulatorischen Bedenken. Die Apotheke und Medivise bestehen darauf, dass die Station den geltenden Gesetzen entspreche und der lokalen Bevölkerung erhebliche Vorteile bringen könnte.






