ARD wagt den Sprung ins Gaming – doch passt das zum öffentlichen Auftrag?
Nico MeyerARD wagt den Sprung ins Gaming – doch passt das zum öffentlichen Auftrag?
Der öffentlich-rechtliche Rundfunksender ARD steigt in die digitale Spielebranche ein, um jüngere Zielgruppen zu erreichen. Dazu gehört ein neues Netzwerk für Spielentwicklung sowie eine aktuelle Präsentation auf der Gamescom. Kritiker hinterfragen jedoch, ob dies zum traditionellen Auftrag des Senders passt.
Die ARD hat das ARD Games Network ins Leben gerufen, eine strukturierte Initiative, um ihre Präsenz im Gaming-Bereich auszubauen. Das Netzwerk wird in vier zentralen Bereichen aktiv sein: Strategie, Community, Kultur und Wachstum. Dies erfolgt vor dem Hintergrund, dass mittlerweile fast 50 Millionen Deutsche regelmäßig digitale Spiele nutzen.
Auf der Gamescom stellte der Sender ein Spiel vor, das speziell für die Roblox-Plattform entwickelt wurde. Einzelne ARD-Anstalten wie der SWR haben bereits mit Gaming-Projekten experimentiert, etwa mit dem Tatort-Spiel oder Nachrichtenmacher. SWR-Intendant Kai Gniffke äußerte sich positiv über das Potenzial von Spielen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Trotz des Engagements gibt es Stimmen, die einwenden, dass die Entwicklung eigener Computerspiele über den Kernauftrag der ARD hinausgehe. Der Sender hingegen sieht Gaming als entscheidenden Weg, um sowohl neue als auch bestehende Zielgruppen anzusprechen.
Mit dem neuen Gaming-Netzwerk und laufenden Projekten setzt die ARD auf digitale Interaktion, um vor allem jüngere Zuschauer zu gewinnen. Ob dieser Ansatz gelingt, hängt davon ab, ob es dem Sender gelingt, Innovation mit seinem öffentlichen Bildungs- und Informationsauftrag in Einklang zu bringen.






