30 March 2026, 10:19

Bonn protestiert gegen sexualisierte Gewalt: Hunderte fordern Schutz vor digitalen Übergriffen

Eine Gruppe von Menschen mit einem Transparent, auf dem 'Du kannst uns nicht unterkriegen, vereine dich widerstehe Feminist' steht, auf einer Straße mit einem näheren Fahrrad, Ballons im Hintergrund und einem klaren blauen Himmel.

Bonn protestiert gegen sexualisierte Gewalt: Hunderte fordern Schutz vor digitalen Übergriffen

Hunderte Demonstrantinnen und Demonstranten gingen am Sonntag in Bonn auf die Straße, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren und konkrete Maßnahmen zu fordern. Der Protest folgte einer Der-Spiegel-Untersuchung zu digitaler Gewalt, darunter der Fall der Schauspielerin Collien Fernandes, deren Deepfake-Pornografie-Bilder ohne ihre Zustimmung verbreitet wurden. Die Empörung über solche Vorfälle hat Politiker dazu gedrängt, strengere Gesetze und mehr Verantwortung einzufordern.

Über 500 Menschen versammelten sich vor dem alten Rathaus auf dem Bonner Marktplatz. Mit Plakaten, auf denen Sprüche wie "Mädchen wollen einfach nur sicher sein" oder "Wir sind wütend" zu lesen waren, skandierte die Menge, während Rednerinnen und Redner das Wort ergriffen. Alle Beträge betonten, wie wichtig es sei, dass Männer sexistische Einstellungen hinterfragen und sich aktiv für einen Wandel einsetzen.

Organisiert wurde die Kundgebung von einem Bündnis aus Stadtratsparteien, darunter die Grünen, CDU, SPD und Volt. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der nordrhein-westfälischen Grünen, kritisierte die Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz zu dem Thema und forderte schärfere rechtliche Schutzmaßnahmen für Frauen – seine Worte ernteten lauten Beifall. Gleichzeitig sprachen sich auch Politikerinnen der CDU-Frauen-Union für bessere Schutzmechanismen aus, doch ihre Forderungen stießen auf zurückhaltendere Reaktionen.

Die öffentliche Debatte hatte bereits an Fahrt aufgenommen, nachdem Medien über digitale sexualisierte Gewalt berichtet hatten. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte an, die Erstellung und Verbreitung pornografischer Deepfakes unter Strafe zu stellen. Bis Juni 2027 muss Deutschland eine EU-Richtlinie dazu umsetzen, um bestehende rechtliche Lücken zu schließen.

Der Protest in Bonn machte die weitverbreitete Wut über sexualisierte Gewalt und digitale Übergriffe deutlich. Nun steht die Politik unter Druck, die Gesetze zu verschärfen und Opfer besser zu schützen. Die nächsten Schritte der Regierung werden zeigen, wie schnell aus diesen Forderungen Taten werden.

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