Bundesbank will Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschaffen – und rundet künftig auf fünf Cent
Tim BöhmBundesbank will Ein- und Zwei-Cent-Münzen abschaffen – und rundet künftig auf fünf Cent
Die deutsche Bundesbank schlägt vor, Bargeldzahlungen künftig auf volle fünf Cent zu runden. Damit würden Ein- und Zwei-Cent-Münzen schrittweise abgeschafft, die kaum genutzt werden und deren Herstellung teuer ist. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 56 Prozent der Deutschen den Vorschlag befürworten.
Das Vorhaben folgt einem Trend, der in anderen europäischen Ländern bereits umgesetzt wurde. Finnland und die Niederlande haben ähnliche Systeme gesetzlich verankert, wenn auch mit leichten Unterschieden: Während Finnland alle Barzahlungen rundet, gilt die Regelung in den Niederlanden nur für bestimmte Transaktionen.
Bei der geplanten Neuregelung würden sich Kleinstbeträge leicht anpassen: Ein Artikel für 3,99 Euro würde im Barzahlungsverkehr 4,00 Euro kosten, ein Kaufpreis von 2,02 Euro auf 2,00 Euro sinken. Die Bundesbank argumentiert, dass die kleinen Münzen oft ungenutzt in Sparschweinen landen und so unnötig Ressourcen für Prägung und Umlauf verschlingen.
Von der Änderung könnten auch Unternehmen und Banken profitieren, da Produktion, Verpackung und Transport der Kleingeldmünzen unnötige Kosten verursachen. Gleichzeitig bleibt Bargeld in Deutschland beliebt: Fast die Hälfte aller Einkäufe im stationären Handel wird weiterhin mit physischem Geld bezahlt.
In Nordrhein-Westfalen runden bereits einige Supermärkte freiwillig auf – Kunden können dort ihre Rechnungsbeträge auf volle zehn Cent aufrunden, wobei der Aufschlag an gemeinnützige Zwecke geht.
Sollte der Plan umgesetzt werden, würde er den Zahlungsverkehr vereinfachen und die Abhängigkeit von Kleingeld verringern. Die Bundesbank orientiert sich damit an Praktiken anderer EU-Länder, in denen eine solche Rundung bereits gesetzlich verankert ist. Bevor eine endgültige Entscheidung fällt, steht die Vorlage jedoch noch zur weiteren Diskussion an.






