24 May 2026, 20:20

Düsseldorfer Ausstellung ehrt vergessene jüdische Pioniere der Industriegeschichte

"Made in Düsseldorf" - warum jüdische Pioniere immer noch nicht anerkannt werden

Düsseldorfer Ausstellung ehrt vergessene jüdische Pioniere der Industriegeschichte

Eine neue Ausstellung in Düsseldorf würdigt drei jüdische Unternehmer, deren Innovationen ganze Branchen weit über die Stadtgrenzen hinaus prägten. Ab dem 31. Oktober 2024 zeigt „INNOVATIV, ERFOLGREICH, JÜDISCH“ das Wirken von Abraham Freundlich, Albert Schöndorff und Ludwig Loewy – Pionieren, deren Vermächtnis das NS-Regime fast auslöschen wollte. Ihre Geschichten, nun in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf zu sehen, erzählen, wie sie die Kältetechnik, den Verkehr und den Maschinenbau revolutionierten, bevor Verfolgung und Entrechtung ihre Karrieren jäh beendeten.

Abraham Freundlich, ein autodidaktischer Erfinder, veränderte mit seinen Entwicklungen die Kühltechnik in Düsseldorf nachhaltig. Sein Unternehmen florierte – bis 1933. Dann raubten ihm NS-Boykotte und die zwangsweise „Arisierung“ die Kontrolle. Fünf Jahre später starb er in der Stadt, seine Leistungen unter staatlich organisierter Vergessenheit begraben.

Albert Schöndorff begann 1890 mit einer Bettfabrik, doch sein Ehrgeiz trieb ihn weiter. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts dominierte sein Unternehmen den Bau von Straßenbahnwagen und prägte so den städtischen Verkehr. 1933 wurde er von den Nationalsozialisten aus seiner eigenen Firma gedrängt. 1942 deportierten sie ihn nach Auschwitz, wo er noch im selben Jahr ermordet wurde.

Ludwig Loewy, ein böhmischer Ingenieur, machte das Düsseldorfer Unternehmen Schloemann mit hydraulischen Pressen zum weltweiten Vorreiter im Schwermaschinenbau. 1936 zur Flucht gezwungen, baute er in Großbritannien ein neues Leben auf. Dort gründete er ein neues Industrieimperium und erhielt 1942 die britische Staatsbürgerschaft.

Die Ausstellung läuft bis zum 28. September 2025. Besucher können die bahnbrechenden Leistungen der drei Unternehmer entdecken – und die brutale Zäsur, die ihr Leben und Wirken erfuhr. Der Eintritt ist frei, damit ihre Geschichten ein breites Publikum erreichen.

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Die Innovationen dieser Männer trieben einst Düsseldorfs industriellen Aufstieg voran: von der Kühltechnik über den öffentlichen Nahverkehr bis zum Maschinenbau. Die Schau bewahrt ihr Erbe und dokumentiert zugleich die systematische Zerstörung ihrer Lebenswerke. Ihre Arbeit, fast in Vergessenheit geraten, wirkt bis heute in Technologien und Industrien nach, die unseren Alltag prägen.

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