30 May 2026, 12:14

Ende Gelände startet Massenproteste gegen fossile Infrastruktur im Ruhrgebiet

Größter Rohrleitungshersteller besetzt

Ende Gelände startet Massenproteste gegen fossile Infrastruktur im Ruhrgebiet

Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Allianz Ende Gelände haben im Ruhrgebiet flächendeckende Proteste gestartet. Rund 1.500 Menschen beteiligten sich am Freitag an den Demonstrationen, die sich gegen die fossile Infrastruktur richteten. Für Samstag sind weitere großangelegte Aktionen geplant – mit prominenter Unterstützung, die noch größere Teilnehmerzahlen erwarten lässt.

Am Freitag kam es an mehreren Standorten zu Protesten. In Mülheim an der Ruhr besetzten Aktivist:innen die Werksgleise von Europipe, Europas größtem Hersteller von Pipeline-Rohren. Weitere 200 Demonstrant:innen unterbrachen in der Friedrich Wilhelms Hütte, einer Gießerei des Rüstungskonzerns KNDS, während des Schichtwechsels den Betrieb. Unterdessen blockierten Protestierende in Gelsenkirchen das Kraftwerk Scholven, das derzeit durch einen zusätzlichen Gaskraftwerksblock ausgebaut wird.

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In Hamm zogen Aktivist:innen mit einem Transparent in Richtung Hauptbahnhof, auf dem „Energiekonzerne enteignen!“ stand. Die Proteste fallen in eine Phase, in der die Bundesregierung Milliardeninvestitionen in KNDS plant – ein Unternehmen, das Panzerstahl statt Komponenten für erneuerbare Energien produziert.

Die für Samstag geplante Kundgebung am Kraftwerk Gersteinwerk steht jedoch vor Hindernissen: Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte ein Polizeiverbot für die Veranstaltung, doch die Organisator:innen haben Widerspruch eingelegt. Scheitert dieser, wollen sie die Auftaktkundgebung näher an Hamm verlegen. Die Demonstration wird dennoch stattfinden – unterstützt von Greenpeace, BUND, Fridays for Future und Campact. Bestätigt ist auch die Teilnahme von Greta Thunberg.

Die Proteste zeigen den wachsenden Widerstand gegen den Ausbau fossiler Energien in Deutschland. Trotz rechtlicher Hürden sind die Organisator:innen entschlossen, die Samstagsdemonstration durchzuführen. Tausende weitere Teilnehmer:innen werden erwartet, die einen Ausstieg aus Gas und eine Wende hin zu erneuerbaren Energien fordern.

Quelle