14 March 2026, 06:37

Essen droht Apothekensterben: Warum Patienten bald weitere Wege gehen müssen

Eine Apotheke namens "Die Generics Apotheke" umgeben von Gebäuden, Strommasten, Werbetafeln, Zimmerpflanzen, Kraftfahrzeugen auf der Straße, unter einem klaren blauen Himmel.

Essen droht Apothekensterben: Warum Patienten bald weitere Wege gehen müssen

Apotheker Dr. Gregor Lohmann traf sich diese Woche mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Fabian Schrumpf, um über die wachsenden Belastungen für örtliche Apotheken zu sprechen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen finanzielle Schwierigkeiten, Personalengpässe und die Folgen von Apotheken-Schließungen in Essen und der gesamten Region.

Lohmann wies auf die angespannte finanzielle Lage der Apotheken hin und betonte, dass verschreibungspflichtige Medikamente nach wie vor ihr Kerngeschäft seien. Ohne eine angemessene Vergütung für diese Leistungen, warnte er, sei die wirtschaftliche Stabilität ungewiss. Besonders prekär sei die Situation in den nördlichen Stadtteilen Essens, wo weniger Ärzte, abwandernde Fachkräfte und eine sinkende Zahl an Apotheken die Patienten zwingen, für Notfallbehandlungen längere Wege in Kauf zu nehmen.

Thema war auch die Ungleichbehandlung bei den Abgabegebühren. Schrumpf zeigte sich überrascht, als er erfuhr, dass Versandapotheken Rabatte von bis zu 10 Euro gewähren können, während lokale Apotheken lediglich eine feste Gebühr von 8,35 Euro erhalten. Lohmann unterstrich, dass eine faire Vergütung nicht nur für die Aufrechterhaltung der Patientenversorgung, sondern auch für die Verbesserung der Löhne des Apothekenpersonals entscheidend sei.

Schrumpf, der als Landespolitiker nur begrenzten Einfluss hat, versprach, die Anliegen auf Bundesebene vorzubringen. Er äußerte Verständnis für die für den 23. März geplanten Proteste und forderte eine größere öffentliche Aufmerksamkeit für die seit Langem ausstehende Anpassung der Gebühren. Lohmann betonte die Dringlichkeit der Lage und wies darauf hin, dass Apothekenschließungen keineswegs nur ländliche Regionen beträfen, sondern zunehmend auch Städte wie Essen.

Die Gespräche machten deutlich, wie dringend politische Änderungen nötig sind, um die lokalen Apotheken zu unterstützen. Mit den für den 23. März geplanten Demonstrationen bleibt der Fokus auf einer fairen Vergütung und der Verhinderung weiterer Schließungen. Besonders in unterversorgten Gebieten Essens haben Patienten weiterhin Schwierigkeiten, zeitnah medizinische Leistungen in Anspruch zu nehmen.

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