26 April 2026, 10:16

EU-Recht auf Reparatur: Höhere Kosten statt mehr Nachhaltigkeit für Verbraucher?

Eine Europakarte mit dem Logo der Europäischen Umweltbüro (EEB) oben links, die in verschiedenen Grüntönen schattiert ist, um die EU-Regionen anzuzeigen.

EU-Recht auf Reparatur: Höhere Kosten statt mehr Nachhaltigkeit für Verbraucher?

Neue EU-Richtlinie zum "Recht auf Reparatur": Mehr Kosten statt mehr Nachhaltigkeit?

Seit Juli 2024 gilt eine neue EU-Richtlinie zum "Recht auf Reparatur", die Reparaturen von Elektro- und Haushaltsgeräten für Verbraucher einfacher und zugänglicher machen soll. Doch es mehren sich die Bedenken, dass die Änderungen sowohl die Kosten für Reparaturen als auch für Neugeräte in die Höhe treiben könnten. Deutschland muss die Vorgaben bis Juli 2026 in nationales Recht umsetzen – doch bereits jetzt sehen sich Unternehmen und Verbraucher mit Herausforderungen konfrontiert.

Laut der Richtlinie müssen Hersteller auch nach Ablauf der Garantie Reparaturen zu fairen Preisen anbieten, um die Lebensdauer von Produkten zu verlängern und Müll zu reduzieren. Doch 68 Prozent der Händler warnen, dass die Reparaturkosten steigen werden – bedingt durch teurere Ersatzteile und höhere Löhne für Fachkräfte.

Fast drei Viertel der Händler geben zudem zu, dass ihnen das Personal und die Ressourcen fehlen, um eine Zunahme an Reparaturaufträgen zu bewältigen. Viele verweisen außerdem auf die Schwierigkeiten, zusätzliche Ersatzteile zu lagern, was die Ausgaben weiter in die Höhe treibt. Folglich erwarten 63 Prozent der Hersteller, dass Verbraucher künftig mehr für Reparaturen zahlen müssen.

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Die Folgen könnten auch die Preise für Neugeräte beeinflussen: Zwar rechnen nur 37 Prozent der Hersteller mit höheren Kosten für neue Produkte, doch 62 Prozent der Händler gehen davon aus, dass sie die Preise anheben müssen, um die gestiegenen Reparaturkosten auszugleichen. Gleichzeitig empfinden bereits 70 Prozent der Verbraucher Reparaturen als zu teuer – im Vergleich zum schlichten Neukauf eines Ersatzgeräts.

Kritiker befürchten, dass die Richtlinie damit ihr Ziel verfehlen könnte: Statt Nachhaltigkeit zu fördern, könnten die höheren Reparaturkosten Verbraucher davon abhalten, defekte Geräte überhaupt reparieren zu lassen.

Die EU verspricht sich von den neuen Regeln weniger Elektroschrott und langfristig niedrigere Kosten für Verbraucher. Doch angesichts der Warnungen vor steigenden Preisen und begrenzten Kapazitäten könnten die Änderungen zunächst vor allem finanzielle Belastungen mit sich bringen. Wie sich die Richtlinie tatsächlich auswirkt, wird sich zeigen, wenn Deutschland sie bis Mitte 2026 in nationales Recht überführt hat.

Quelle