Europas Luftfahrt revolutioniert sich mit Lasertechnik und grünem Wasserstoff
Nico MeyerEuropas Luftfahrt revolutioniert sich mit Lasertechnik und grünem Wasserstoff
Neue Fortschritte in der Luft- und Raumfahrtproduktion und Weltraumregulierung prägen Europa
Forschende am Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT verfeinern additive Fertigungstechniken, um leichtere und gleichzeitig stabilere Flugzeugteile herzustellen. Parallel dazu arbeitet die EU an einem umfassenden Weltraumgesetz, das die langfristige Nachhaltigkeit von Weltraumaktivitäten sichern soll.
Das Fraunhofer ILT in Aachen treibt mit Laser-Pulverbettfusion (LPBF) die Innovation in der Luft- und Raumfahrtproduktion voran. Diese Technologie ermöglicht die Herstellung komplexer, hochfester Bauteile, die zugleich leicht sind. Speziell entwickelte Pulver für wasserstoffbetriebene Antriebssysteme erreichen eine relative Dichte von über 99,5 Prozent und eine Baugeschwindigkeit von mehr als 100 cm³ pro Stunde.
Moderne Sensoren erkennen mittlerweile bereits während der Produktion Fehler ab 0,4 Millimetern. Dadurch verringert sich der Bedarf an zeitaufwändigen Nachkontrollen, und die Effizienz steigt. Trotz des hohen Energieverbrauchs der LPBF zeigen Studien, dass die additive Fertigung im Vergleich zu herkömmlichen Methoden einen geringeren ökologischen Fußabdruck hinterlässt. Mit Ökobilanz-Tools (LCA) analysiert und optimiert das Fraunhofer ILT die Nachhaltigkeit dieser Prozesse.
Über die Fertigung hinaus entwickelt das EU-geförderte Projekt ENLIGHTEN umweltfreundliche Raketentriebwerke, die mit Biomethan und grünem Wasserstoff betrieben werden und so Kosten sowie Emissionen senken sollen. Die Forschungsinitiative TIRIKA am Fraunhofer ILT konzentriert sich ebenfalls auf emissionsfreie, wasserstoffbetriebene Luftfahrt. Beide Vorhaben unterstützen das Ziel der Europäischen Kommission, die CO₂-Emissionen im Luftverkehr bis 2050 um 60 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren.
Das bevorstehende EU-Weltraumgesetz wird klare Regeln für nachhaltige Weltraumoperationen festlegen. Zusammen mit den Fortschritten in der additiven Fertigung und grüner Antriebstechnik zielen diese Maßnahmen darauf ab, die Umweltbelastung in Luftfahrt und Raumfahrt zu verringern – bei gleichbleibend hoher Leistung der nächsten Generation aerospatialer Technologien. Im Mittelpunkt steht die Emissionsreduzierung ohne Kompromisse bei der Effizienz.






