Europas SAF-Boom übertrifft 2025-Ziele – doch die nächste Hürde wartet schon
Jakob BauerEuropas SAF-Boom übertrifft 2025-Ziele – doch die nächste Hürde wartet schon
Europas Vorstoß für nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) gewinnt an Fahrt – neue Daten zeigen ein rasantes Wachstum im Jahr 2024. Der Kontinent hat sein Ziel für 2025, einen SAF-Anteil von 2 Prozent zu erreichen, bereits übertroffen – ein deutlicher Anstieg gegenüber nur 0,6 Prozent im Vorjahr. Dennoch gibt es trotz dieses Fortschritts weiterhin Diskussionen über die Bezahlbarkeit und Machbarkeit strengerer künftiger Vorgaben.
Die Europäische Kommission hat klargestellt, dass sie das bevorstehende eSAF-Mandat nicht abschwächen wird. Ab 2030 müssen synthetische nachhaltige Flugkraftstoffe (eSAF) 1,2 Prozent des gesamten Flugtreibstoffs ausmachen, bis 2035 soll dieser Anteil auf 5 Prozent steigen. Ein EU-Vertreter bestätigte, dass die Regeln zwar bestehen bleiben, gleichzeitig aber Anstrengungen unternommen werden, um die Einhaltung für Fluggesellschaften kostengünstiger zu gestalten.
Die Vereinigung Airlines for Europe (A4E) äußerte jedoch Bedenken hinsichtlich des Tempos der Umstellung. Die Organisation argumentiert, dass das begrenzte eSAF-Angebot und die hohen Produktionskosten die Ziele unrealistisch machen könnten. Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), wies Forderungen nach einer Lockerung der Vorgaben zurück. Er betonte, Europa liege im Plan, das SAF-Ziel für 2025 zu erreichen oder sogar zu übertreffen, und sehe keinen Grund, das Mandat anzupassen.
Die globale Nachfrage nach eSAF ist in den letzten Jahren stark gestiegen, angetrieben durch strenge Regulierungen in der EU und den USA. Im Rahmen der Initiative "ReFuelEU Aviation" soll der eSAF-Anteil in Europa bis 2050 auf 35 Prozent steigen. Unterdessen wird sich die US-Produktion bis 2025 voraussichtlich verdoppeln und 2 Millionen Tonnen erreichen – was jedoch lediglich 0,7 Prozent des gesamten Treibstoffverbrauchs entspricht. Auch die Schweiz hat ihre freiwillige SAF-Nutzung von 1,2 auf 1,5 Millionen Liter erhöht.
In der EU lag der SAF-Anteil 2024 bereits bei 2 Prozent und erfüllte damit die Vorgabe für 2025 vorzeitig. Mit den festgelegten Mandaten müssen Fluggesellschaften und Aufsichtsbehörden nun den Fokus auf die Hochskalierung der Produktion legen, ohne dass die Kosten aus dem Ruder laufen. Die nächste Hürde – eine SAF-Quote von 6 Prozent bis 2030 – bleibt unverändert bestehen.






