14 June 2026, 12:14

"Falsche Bewegung": Warum Wim Wenders den Film nach 45 Jahren zurückzieht

Das Unbehagen Hat Viele Seiten

"Falsche Bewegung": Warum Wim Wenders den Film nach 45 Jahren zurückzieht

Eine aktuelle Debatte hat die Diskussion darüber neu entfacht, wie mit älteren Filmen umgegangen werden soll, die heute als inakzeptabel geltende Inhalte enthalten. Im Mittelpunkt steht Falsche Bewegung und eine Szene, in der Nastassja Kinski halb entkleidet zu sehen ist – gedreht, als sie erst 13 Jahre alt war. Die Kontroverse hat unterschiedliche Meinungen zutage gefördert, ohne dass sich eine klare Lösung abzeichnet.

Nastassja Kinski hatte jahrelang gefordert, die Szene aus Falsche Bewegung zu entfernen. Doch ihre Bitten blieben lange unbeantwortet. Erst als Regisseur Wim Wenders ihre Forderung öffentlich zurückwies, erhielt das Thema größere Aufmerksamkeit.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Debatte legte das problematische Erbe des Films offen. Schon eine Vorführung im März im Frankfurter Filmmuseum hatte Kritik ausgelöst. Manche argumentieren, dass das Nachbearbeiten von Filmen gängige Praxis sei und das Entfernen einer Szene kein Präzedenzfall wäre.

Andere bestehen darauf, dass die Integrität des Kunstwerks gewahrt bleiben müsse – unabhängig von sich wandelnden öffentlichen Einstellungen. Jodie Foster, die in Taxi Driver in ähnlichem Alter mitspielte, hat ihre Rolle stets mit Humor reflektiert. Brooke Shields hingegen fand es schwer, ihre Mitwirkung in Pretty Baby zu verteidigen, in dem sie eine Kinderprostituierte spielte.

Wenders entschuldigte sich schließlich bei Kinski und zog den Film aus dem Verkehr. Ihre Haltung hat zu einer differenzierteren Betrachtungsweise beigetragen, die diesen Fall von größeren Skandalen abgrenzt. Der Film wird nicht mehr gezeigt, und Wenders hat Kinskis Bedenken anerkannt. Die Diskussion zeigt, wie schwierig es ist, vergangene Werke nach heutigen Maßstäben zu bewerten. Eine Einigung darüber, wie mit solchen Fällen künftig umgegangen werden soll, steht noch aus.

Quelle