10 May 2026, 12:15

Felix Banaszak will junge Männer mit sanftem Feminismus gewinnen

Plakat mit der Aufschrift "Toiletten sind geschlechtsneutral" betont die Geschlechtergerechtigkeit in den Toiletteneinrichtungen.

Felix Banaszak will junge Männer mit sanftem Feminismus gewinnen

Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der Grünen, setzt sich seit Langem für eine feministische Botschaft ein, die auch junge Männer einbezieht. Sein Ansatz hat sich im Laufe der Zeit gewandelt – weg von Konfrontation, hin zu konstruktivem Dialog. Kürzlich besuchte er im Rahmen dieser Bemühungen Vaterwelten in Krefeld, eine Organisation, die Geburtsvorbereitungskurse für Väter anbietet.

Sein Engagement fällt in eine Zeit, in der die politischen Gräben unter jungen Wählern tief sind. Bei der letzten Bundestagswahl stimmten junge Männer mehrheitlich für die rechtspopulistische AfD, während junge Frauen eher linksliberale Parteien bevorzugten. Unterdessen sorgte der AfD-Politiker Maximilian Krah mit einer Aussage für Aufsehen: In einem Video vor der Europawahl 2024 behauptete er, junge Männer, die Schwierigkeiten hätten, eine Partnerin zu finden, sollten „nach rechts“ tendieren.

Banaszaks erster Versuch, junge Männer mit feministischen Perspektiven zu erreichen, erfolgte im Februar in einem Playboy-Interview. Fast zeitgleich besuchte er Vaterwelten, wo sich Männer auf die Vaterschaft vorbereiten, um ihre Anliegen besser zu verstehen. Mittlerweile gibt er zu, dass sein anfänglicher Ton zu aggressiv gewesen sein könnte – besonders nach den Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen den Schauspieler Christian Ulmen.

Seine Haltung hat sich seitdem weiterentwickelt. Er argumentiert, dass starre Geschlechterrollen Männer genauso schaden wie Frauen und dass Männer eine aktive Rolle im Feminismus einnehmen sollten. Um dies zu unterstützen, fordert er eine angemessene Finanzierung von Beratungsangeboten für Jungen und Männer – ohne diese in Opposition zu anderen Geschlechtern zu stellen.

Banaszaks persönlicher Stil spiegelt seine Überzeugungen wider: Sein Büro hat er pink gestrichen, eine Farbe, die er offen mag. Vor zwanzig Jahren trug der Fußballtorwart Tim Wiese noch ohne größere Kritik an seiner Männlichkeit Pink auf dem Platz – ein Vergleich, den Banaszak häufig anführt.

Der Grünen-Politiker verfeinert weiterhin seinen Ansatz, um Männer in feministische Diskurse einzubinden. Seine Besuche in Einrichtungen wie Vaterwelten und seine Forderungen nach besseren Unterstützungsstrukturen zeigen den Wandel von Konfrontation zu Kooperation. Gleichzeitig bleibt die politische Kluft zwischen jungen Männern und Frauen bestehen – mit rechtspopulistischen Botschaften, die weiterhin auf einige männliche Wähler anziehend wirken.

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