Fußgängerzonen der Zukunft: Wie Städte lebendige Innenstädte gestalten wollen
Tim BöhmFußgängerzonen der Zukunft: Wie Städte lebendige Innenstädte gestalten wollen
Rund 30 Vertreterinnen und Vertreter aus etwa 20 Städten trafen sich kürzlich in Solingen, um über die Zukunft städtischer Räume zu diskutieren. Die im Gläsernen Werkstatt ausgerichtete Veranstaltung konzentrierte sich darauf, Fußgängerzonen in dynamischere und lebenswertere Bereiche zu verwandeln. Die Gespräche fanden im Rahmen der Arbeitsgruppe Innenstadt des Netzwerks Stadtentwicklung Nordrhein-Westfalen (NWSE) statt – einer zentralen Plattform für die Zusammenarbeit von Kommunen.
Das Treffen stand unter dem Motto von Solingens städtischer Entwicklungsstrategie "Stadt 2030", die als Ausgangspunkt für die weiteren Debatten diente. Fachleute betonten, dass herkömmliche Fußgängerzonen, die vor allem auf den Einzelhandel ausgerichtet sind, den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Stattdessen plädierten sie für Räume, die Wohnen, öffentliche Flächen und vielfältige Nutzungen verbinden, um lebendige Stadtzentren zu schaffen.
Neue Mobilitätskonzepte, etwa die Öffnung von Fußgängerzonen für Radfahrer, wurden als entscheidend für die Belebung innerstädtischer Bereiche hervorgehoben. Die Teilnehmenden unterstrichen, dass die Umgestaltung dieser Zonen mutige Entscheidungen, langfristiges Engagement und einen einheitlichen Ansatz erfordert. Als Vorbild wurde Emsdetten präsentiert, wo innovative Strategien erfolgreich zur Wiederbelebung von Fußgängerbereichen beigetragen haben.
Andreas Budde, Solingens stellvertretender Bürgermeister, hob die Bedeutung der interkommunalen Zusammenarbeit bei der Bewältigung städtischer Herausforderungen hervor. Das NRW-Netzwerk Stadtentwicklung, ein einzigartiger Verbund von rund 160 Kommunen, fördert diesen Austausch durch Wissenstransfer und gemeinsame Lösungsansätze. Aktuelle Mitglieder – darunter Neuankömmlinge wie Dortmund – setzen sich regelmäßig mit Themen wie urbaner Sicherheit, Lebensqualität und sozialem Zusammenhalt auseinander.
Die Diskussionen bestätigten, dass Städte Fußgängerzonen künftig als multifunktionale Zentren und nicht nur als Einkaufsmeilen begreifen müssen. Mit Erfolgsbeispielen wie Emsdetten rückt nun die Umsetzung dieser Ideen in ganz Nordrhein-Westfalen in den Fokus. Der kooperative Ansatz des Netzwerks soll sicherstellen, dass Innenstädte auch künftig lebendig, inklusiv und anpassungsfähig bleiben.






