Gamescom startet in Köln – doch die Gaming-Szene kämpft mit Hass und Einsamkeit
Johanna AlbrechtGamescom startet in Köln – doch die Gaming-Szene kämpft mit Hass und Einsamkeit
Gamescom: Die größte Spielemesse der Welt startet in Köln – doch eine Studie zeigt besorgniserregende Trends unter Hardcore-Gamern
Diese Woche öffnet in Köln die Gamescom, die weltweit größte Fachmesse für Video- und Computerspiele. Bis Sonntag werden Hunderttausende Gaming-Fans erwartet. Doch eine aktuelle Umfrage deckt alarmierende Entwicklungen in der Szene auf – von Einsamkeit bis hin zu feindseligen Haltungen.
Die Veranstaltung findet zu einem Zeitpunkt statt, an dem neue Forschungsergebnisse die Demografie und Einstellungen von passionierten Gamern beleuchten. Drei Viertel der Befragten sind Männer, mehr als die Hälfte ist zwischen 16 und 34 Jahre alt. Gleichzeitig berichten viele von negativen Erfahrungen – sowohl online als auch im echten Leben.
Beleidigungen sind an der Tagesordnung: 14 Prozent der Spieler geben an, häufig beschimpft zu werden. Unter Hardcore-Gamern sagten sogar 38 Prozent, sie würden "sehr oft" oder "häufig" während des Spielens beleidigt. Auch Drohungen mit körperlicher Gewalt oder Vergewaltigung wurden von vielen gemeldet.
Einsamkeit prägt die Community: 58 Prozent der Befragten beschreiben sich als mäßig oder stark einsam. Gleichzeitig ist das politische Engagement überdurchschnittlich hoch – 27 Prozent hatten im vergangenen Jahr an einer Demonstration teilgenommen, fast doppelt so viele wie im Bevölkerungsdurchschnitt (14 Prozent).
Die Studie förderte zudem problematische Einstellungen zutage: 43 Prozent der Hardcore-Gamer stimmten der Aussage zu, Juden hätten zu viel Einfluss in der Welt. Feindseligkeit gegenüber LGBTQ+-Personen und antifeministische Haltungen sind in dieser Gruppe ebenfalls weit verbreitet.
Die Gamescom wird die neuesten Innovationen und Unterhaltungsformate der Branche präsentieren. Doch die Ergebnisse der Umfrage werfen ein Schlaglicht auf tiefgreifende Herausforderungen innerhalb der Gaming-Community. Von Cybermobbing über soziale Isolation bis hin zu spaltenden Ideologien – die Messe findet in einer Zeit statt, in der die Branche sich mit Fragen zu ihrer Kultur und gesellschaftlichen Wirkung auseinandersetzen muss.






