Heidelberg Materials schließt Zementwerk in Paderborn – Klimawende mit Folgen
Tim BöhmHeidelberg Materials schließt Zementwerk in Paderborn – Klimawende mit Folgen
Heidelberg Materials schließt Zementwerk in Paderborn im Rahmen der Umstellung auf CO₂-arme Produktion
Heidelberg Materials stellt sein Zementwerk in Paderborn still – ein Schritt, der Teil einer größeren Neuausrichtung hin zu klimafreundlicherer Produktion ist. Die Entscheidung fällt in eine Phase stark rückläufiger Zementverkäufe und eines jüngsten Kursrückgangs der Unternehmensaktie. Gleichzeitig endet damit Paderborns exklusive Rolle bei der Herstellung von CO₂-reduzierten Zementen mit geringem Klinkeranteil.
Das Werk in Paderborn hatte seit 2022 einen innovativen Niedrig-CO₂-Zement, Ternocem®, im Testbetrieb. Dort lief ein kleiner Drehrohrofen im Pilotmodus, doch die Weiterentwicklung wird nun an einen anderen Standort verlegt. Die Schließung ist Teil eines umfassenden Plans zur Optimierung des europäischen Produktionsnetzwerks von Heidelberg Materials.
Von der Stilllegung sind 53 Mitarbeiter betroffen. Das Unternehmen prüft mögliche Versetzungen in nahegelegene Betriebe, um Arbeitsplatzverluste zu minimieren. Die Steinbruchaktivitäten der Tochtergesellschaft Mineralik sowie der lokale Transportbetonbetrieb in Paderborn bleiben hingegen weiter in Betrieb.
Investoren reagieren skeptisch auf die strategische Neuausrichtung des Konzerns. Der Aktienkurs von Heidelberg Materials ist innerhalb des letzten Monats um fast 18 Prozent gefallen. Der Rückgang spiegelt Bedenken wider, dass die Umstellung auf CO₂-arme Zementproduktion finanzielle Belastungen mit sich bringt.
Mit der Schließung verliert Paderborn seine einzigartige Position bei der Herstellung von CO₂-reduzierten Zementen. Heidelberg Materials wird diese Produkte nun standortübergreifend ausbauen. Das Unternehmen passt seine Aktivitäten weiter an die sinkenden Absatzzahlen und die Unsicherheit unter den Anlegern an.