27 March 2026, 06:16

Historischer Tarifvertrag: ÖPNV-Beschäftigte in NRW setzen Arbeitszeitverkürzung durch

Plakat mit einem Zug auf den Schienen mit mehreren Menschen in der Nähe, das "The American Jobs Plan Will Expand Affordable Public Transportation" bewirbt.

Historischer Tarifvertrag: ÖPNV-Beschäftigte in NRW setzen Arbeitszeitverkürzung durch

Beschäftigte im Öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen erkämpfen bahnbrechende Arbeitszeitverkürzung

Die Beschäftigten im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Nordrhein-Westfalen haben eine richtungsweisende Vereinbarung zur Reduzierung ihrer wöchentlichen Arbeitszeit durchgesetzt. Die Einigung, von der Gewerkschaft ver.di als "historischer Durchbruch" gefeiert, sieht eine schrittweise Verringerung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich vor. Ungeklärt bleibt jedoch, wie die steigenden Kosten gedeckt werden sollen.

Ab Juli 2027 sinkt die Wochenarbeitszeit für das Fahrpersonal in der Region von 39 auf 38,5 Stunden. Eine weitere Reduzierung auf 38 Stunden folgt bis Juli 2028 – ohne Lohnverluste. Zudem umfasst der Tarifvertrag verlängerte gesetzliche Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Sonntagsarbeit.

Für kurzfristig Beschäftigte bringen die neuen Regelungen bessere Schutzmechanismen. Doch die Veränderungen bringen auch finanzielle Herausforderungen mit sich: Bei gleichbleibender Leistung könnten die Betreiber gezwungen sein, mehr Personal einzustellen, was die Lohnkosten in die Höhe treibt. Höhere Zuschläge und zusätzliche freie Tage werden die Gesamtkosten weiter erhöhen.

Öffentliche Träger, Bund und Länder sowie die Fahrgäste könnten zur Kassen gebeten werden. Ein konkretes Finanzierungskonzept liegt jedoch noch nicht vor. In Solingen etwa könnten Pendler langfristig mit höheren Ticketpreisen belastet werden, um die Mehrkosten auszugleichen.

Die Vereinbarung ist ein klarer Erfolg für die Beschäftigten im ÖPNV Nordrhein-Westfalens, die nun bessere Arbeitsbedingungen und Lohnsicherungen erhalten. Doch ohne tragfähige Finanzierungslösung könnten Betreiber und Fahrgäste in den kommenden Jahren die wirtschaftlichen Folgen zu spüren bekommen.

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