15 March 2026, 04:15

Illegale Abfallentsorgung in NRW: Großrazzia deckt kriminelles Netzwerk auf

Ein Schild am Straßenrand trägt die Aufschrift "Melde illegalen Müll und Verschmutzung" mit Bäumen und Pflanzen im Hintergrund und einer Tafel mit Text im Vordergrund.

Illegale Abfallentsorgung in NRW: Großrazzia deckt kriminelles Netzwerk auf

Ein Abfallhändler aus Unna sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt, nachdem die Behörden ein illegales Abfallgeschäft aufgedeckt haben, das sich über mehrere Städte in Nordrhein-Westfalen erstreckt. Der Beschuldigte, der bereits wegen Bestechung und Steuerhinterziehung vorbestraft ist, soll seit Anfang 2024 nicht genehmigte Abfallanlagen betrieben, mit gefährlichen Stoffen unsachgemäß umgegangen und groß angelegten Betrug organisiert haben.

Die Ermittlungen begannen vor eineinhalb Jahren und richteten sich gegen ein kriminelles Netzwerk, das im Verdacht steht, in der gesamten Region illegal gefährlichen Abfall entsorgt zu haben. Einer der schwerwiegendsten Vorfälle betraf rund 23.000 Tonnen belastete Erde, die auf einem Gewerbegebiet in Selfkant nahe der niederländischen Grenze illegal abgelagert wurden. Weitere betroffene Gebiete umfassen den Tagebau Garzweiler.

Der Verdächtige soll laut Angaben im Vertrieb und in der Kundenakquise für ein Recyclingunternehmen mit Sitz in Soest tätig gewesen sein, während die operativen Aktivitäten in Bottrop stattfanden. Den Behörden zufolge nahmen er und seine Komplizen gefährliche Abfälle an, mischten sie untereinander und etikettierten sie um, um sowohl Kunden als auch Aufsichtsbehörden zu täuschen. Bei einer Durchsuchung seines Fahrzeugs beschlagnahmten die Ermittler 120.000 Euro in bar, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände.

Die Stadt Gelsenkirchen hat inzwischen rechtliche Schritte eingeleitet, um Hersteller und Lieferanten gemäß dem Kreislaufwirtschaftsgesetz für die ordnungsgemäße Abfallentsorgung zur Verantwortung zu ziehen. Während die Untersuchungen andauern, wurden noch keine offiziellen Zahlen zu den Unternehmen veröffentlicht, die in Nordrhein-Westfalen wegen ähnlicher Verstöße unter Beobachtung stehen.

Der Fall unterstreicht die anhaltenden Bemühungen der regionalen Behörden, gegen illegale Abfallgeschäfte vorzugehen. Die frühere Verstrickung des Beschuldigten in einen Skandal um die BP-Raffinerie in Gelsenkirchen verstärkt die Sorgen über systematische Verstöße. Bei einer Verurteilung könnten die Strafen über Geldbußen hinausgehen und möglicherweise Auswirkungen auf die Abfallwirtschaftsregulierung in der Region haben.

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