22 March 2026, 00:21

Jülich startet umstrittene Atommüll-Transporte nach jahrelangem Rechtsstreit

Ein Mann in einem weißen Anzug trägt einen gelben Eimer mit einem radioaktiven Symbol, umgeben von maskierten Individuen mit Taschen, mit Gebäuden, Flaggen, einem Laternenpfahl und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Jülich startet umstrittene Atommüll-Transporte nach jahrelangem Rechtsstreit

Trotz der Pläne, die Transporte ab 2026 aufzunehmen, hat das Forschungszentrum Jülich noch keinen Atommüll an das Zwischenlager Ahaus abgeben können. Ein Gerichtsurteil vom 2. März ebnete jedoch den Weg für die Verlegung und beendete damit jahrelange juristische Auseinandersetzungen. Die ersten Lieferungen von 152 Castor-Behältern sollen nun bereits in der kommenden Woche beginnen.

Der Müll stammt aus einem Versuchsreaktor des Jülicher Zentrums, der 1988 stillgelegt wurde. Seither lagert das radioaktive Material in einem Zwischenlager auf dem Gelände – und das ohne gültige Genehmigung seit 2013. Rechtsstreitigkeiten und politische Diskussionen über die Verlegung ziehen sich bereits seit über einem Jahrzehnt hin.

Die Stadt Ahaus und Atomkraftgegner hatten wiederholt versucht, die Transporte zu blockieren, scheiterten damit jedoch vor Gericht. Der Abtransport erfolgt in mehr als 50 Einzeltransporten, obwohl auch die Lagerlizenz für Ahaus 2036 ausläuft. Deutschland verfügt nach wie vor über keine dauerhafte Lösung für die Endlagerung von Atommüll; eine endgültige Beseitigung wird frühestens in den 2070er-Jahren erwartet.

Das Forschungszentrum Jülich hat sich unterdessen von der Nuklearforschung abgewendet und spezialisiert sich stattdessen auf Quantencomputing. Verantwortliche dort wehrten sich schon lange dagegen, den Müll länger vor Ort zu belassen.

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Die ersten Behälter sollen in den nächsten Tagen nach Ahaus gebracht werden. Jeder Transport wird einen Teil der 152 Castor-Behälter umfassen, wobei der Prozess voraussichtlich mehrere Monate dauern wird. Die Debatte um die Atomkraft in Deutschland geht indes weiter, während die Regierung Pläne für den Wiedereinstieg mit kleinen modularen Reaktoren prüft.

Quelle