02 April 2026, 16:18

Kiekert meldet Insolvenz: Streit mit chinesischem Eigentümer gefährdet Auto-Zulieferer

Chinesische Aktienurkunde mit aufwendigen Designs und bilingualem (Chinesisch und Englisch) Text.

Chinesischer Eigentümer möchte Kiekert behalten - Kiekert meldet Insolvenz: Streit mit chinesischem Eigentümer gefährdet Auto-Zulieferer

Kiekert, der weltweite Marktführer für Autoschloss-Systeme, hat vorläufige Insolvenzverfahren eingeleitet. Das Amtsgericht Wuppertal eröffnete das Verfahren vergangene Woche, nachdem finanzielle Schwierigkeiten bekannt geworden waren. Trotz der Krise arbeiten die rund 4.500 Mitarbeiter des Unternehmens weiter wie gewohnt – die Gehälter der 700 Beschäftigten in Deutschland sind bis November gesichert.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Auslöser der Krise ist ein Streit mit dem chinesischen Eigentümer Lingyun, der dem Unternehmen kritische Finanzmittel und Marktzugänge verweigert. Wie der Kiekert-Chef warnt, gefährdet die Situation mittlerweile die gesamte Existenz des Unternehmens.

Kiekert, bekannt als Erfinder der modernen Zentralverriegelung, leidet seit der Übernahme durch Lingyun im Jahr 2012 unter wachsendem finanziellen Druck. Der chinesische Zulieferer hatte damals die globale Expansion vorangetrieben: Durch den Ausbau der Produktion in China und Europa hielt Kiekert über 30 Prozent des Weltmarkts und belieferte große Automobilhersteller wie Volkswagen und Ford. Zudem trieb das Unternehmen die Entwicklung intelligenter Schloss-Technologien voran, die bis 2026 geplant waren.

Doch Lingyun kam kürzlich der Zusage nicht nach, mehrere hundert Millionen Euro bereitzustellen. Dieser Vertrauensbruch ließ Kiekert zahlungsunfähig werden und zwang das Unternehmen vergangene Woche zur Insolvenzanmeldung. Geschäftsführer Jérôme Debreu macht den Aktionär für die Blockade lebenswichtiger Finanzmittel und Marktchancen verantwortlich.

Trotz der Turbulenzen betont Lingyun, man wolle die Mehrheit an Kiekert behalten. Das chinesische Unternehmen versichert, sein Ziel sei die Stabilisierung des Betriebs, der Gläubigerschutz und die langfristige Liquiditätssicherung. Die Kiekert-Führung hingegen strebt die Loslösung von Lingyun an: Ihr Plan sieht vor, den Aktionär abzuschütteln, das Wachstum neu zu beleben und das 168-jährige Erbe des Unternehmens als Schlüssellieferant der Autoindustrie zu bewahren.

Die Insolvenzverfahren werden nun über die nächsten Schritte entscheiden. Der Betrieb läuft vorerst normal weiter, die Gehälter der deutschen Belegschaft sind bis November garantiert. Ob Lingyun die Kontrolle behält oder es der Unternehmensführung gelingt, den Aktionär auszugrenzen und die finanzielle Stabilität wiederherzustellen, wird über die Zukunft Kiekerts entscheiden.

Quelle