Lissabons Aussichtspunkte: Der Aprilscherz, der die Stadt verärgerte
Lissabons berühmte Aussichtspunkte könnten bald strenge Zeitlimits für Besucher einführen – so lautete zumindest eine Meldung, die sich nun als Aprilscherz entpuppt hat. Ab Mai sollten sieben bekannte Miradouros ein neues System testen, um Menschenmassen zu kontrollieren und das sogenannte "Sunset-Squatting" zu unterbinden. Selbst Bußgelder für Langzeitbesucher waren geplant – doch es gab einen Haken.
Das Vorhaben war zunächst als Pilotprojekt angekündigt worden, das am 1. Mai starten sollte. Vier Aussichtspunkte – Graça, Senhora do Monte, Santa Catarina (Adamastor) und São Pedro de Alcântara – hätten die Testphase eröffnet. Drehkreuze sollten 30-minütige Besuchsfenster durchsetzen, bei Überschreitung drohten 15 Euro Strafe (die "TOEEC", eine fiktive "Steuer auf übermäßige Inanspruchnahme von Panoramaraum"). Anwohner historischer Stadtviertel hätten verlängerte Zugangsberechtigungen erhalten.
Die eingenommenen Gelder sollten die tägliche Reinigung der aufgewerteten Aussichtspunkte finanzieren. Bei Erfolg, so hieß es, könnte das System auf weitere Orte wie den Miradouro do Parque Eduardo VII ausgeweitet werden. Ziel war es, die Überfüllung insbesondere während der beliebten Sonnenuntergangsstunden zu entschärfen.
Doch dann kam die überraschende Wendung: Die lokale Plattform Lisboa Secreta, bekannt für ihre Streiche, enthüllte, dass die gesamte Geschichte ein Aprilscherz war. Der angebliche Starttermin des Piloten – der 1. April 2023 – hätte eigentlich der erste Hinweis sein müssen.
Fazit: An Lissabons Aussichtspunkten wird es weder Zeitlimits noch Strafen geben. Der Scherz lenkte jedoch die Aufmerksamkeit auf die anhaltende Debatte über den Tourismdruck in der Stadt. Vorerst können Besucher die Miradouros weiterhin ohne Einschränkungen – und ohne versteckte Abgaben genießen.






