14 March 2026, 12:17

Maria Kolesnikowa erhält Asyl in Deutschland – doch der Kampf für Belarus geht weiter

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines bärtigen Mannes in einem Mantel und mit Brille, mit dem Text "Fritz Luckhardt, der Gründer der deutschen Kommunistischen Partei" unten.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Asyl in Deutschland – doch der Kampf für Belarus geht weiter

Maria Kolesnikowa, eine führende belarussische Oppositionsfigur, hat in Deutschland politisches Asyl erhalten – kurz nach ihrer Entlassung aus der Haft. Sie war im Dezember 2025 im Rahmen einer größeren Amnestie freigelassen worden, bei der die belarussischen Behörden 123 politische Gefangene begnadigten. Ihre Inhaftierung folgte auf ein hartes Urteil von elf Jahren Haft wegen ihrer Rolle bei Massenprotesten gegen das Regime von Präsident Alexander Lukaschenko.

Am Samstag nahm Kolesnikowa in der Aachener Krönungshalle den Internationalen Karlspreis entgegen. Die Auszeichnung, die ihr bereits 2022 – noch während ihrer Haftzeit – zuerkannt worden war, würdigt ihren "außergewöhnlichen Mut" im Kampf für Demokratie und freie Wahlen.

Kolesnikowas juristische Verfolgung begann 2020, als sie zu elf Jahren in einer Strafkolonie verurteilt wurde. Der Schuldspruch basierte auf ihrer Beteiligung an landesweiten Demonstrationen gegen Lukaschenkos umstrittene Wiederwahl. Die Proteste, an denen sich Hunderttausende beteiligten, wurden mit brutaler Gewalt niedergeschlagen; es kam zu Massenverhaftungen und erzwungenen Exilen.

Ihre Freilassung erfolgte nach Vermittlungsbemühungen der USA, die im Gegenzug einige Sanktionen gegen Belarus gelockert hatten. Der Schritt fiel zusammen mit Lukaschenkos Versuchen, die Beziehungen zum Westen, zur Taliban-Regierung in Afghanistan und zu China zu verbessern. Trotz dieser diplomatischen Annäherungen hält Belarus jedoch an seiner engen Allianz mit Russland fest und setzt die Unterdrückung von Oppositionellen fort.

Die Verleihung des Karlspreises fand am 14. März 2026 in Aachen statt. Kolesnikowa, die nun in Deutschland Schutz gefunden hat, nutzte die Gelegenheit, um auf die anhaltenden Kämpfe belarussischer Oppositioneller aufmerksam zu machen. Während sie selbst in Sicherheit ist, sehen sich viele Aktivisten weiterhin Haft, Exil oder Verfolgung durch Lukaschenkos autoritäres Regime ausgesetzt.

Belarus bleibt politisch isoliert, mit strengen digitalen Kontrollen und ohne substanzielle demokratische Reformen. Lukaschenko, einer der treuesten Verbündeten Wladimir Putins, zeigt keine Anzeichen, seinen Machtanspruch zu lockern. Die Erfolge der Opposition bleiben begrenzt; Repression und erzwungene Vertreibung prägen weiterhin die politische Landschaft des Landes.

Kolesnikowas Asyl in Deutschland bedeutet zwar das Ende ihrer Haft, nicht jedoch das Ende der politischen Unterdrückung in Belarus. Das Regime geht weiterhin gegen Kritik vor, während es gleichzeitig begrenzte diplomatische Öffnungen sucht. Oppositionsfiguren wie sie bleiben vorerst im Exil – ohne klare Perspektive auf einen politischen Wandel im eigenen Land.

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