Mona Neubaur fordert härteres Vorgehen gegen Deepfake-Gewalt nach Fall Collien Fernandes
Tim BöhmMona Neubaur fordert härteres Vorgehen gegen Deepfake-Gewalt nach Fall Collien Fernandes
Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, hat sich zur wachsenden Bedrohung durch Deepfake-Technologie geäußert. Sie lobte die Schauspielerin Collien Fernandes dafür, rechtliche Schritte eingeleitet zu haben, nachdem diese Opfer von nicht konsensualer Deepfake-Pornografie geworden war. Gleichzeitig kritisierte Neubaur die zögerliche Reaktion der Gesetzgeber bei der Bekämpfung dieses Problems.
2024 hatte Fernandes in Spanien Strafanzeige erstattet, nachdem mit KI erstellte explizite Videos von ihr ohne ihre Zustimmung erstellt und verbreitet worden waren. Bis März 2026 hatten die spanischen Behörden ein Ermittlungsverfahren nach Artikel 197 des Strafgesetzbuchs eingeleitet, der Verstöße gegen das Recht am eigenen Bild ahndet. Forensische Experten werten das Material weiterhin aus, doch bisher gab es weder Festnahmen noch Verurteilungen.
Neubaur bezeichnete Fernandes als "eine mutige Frau", die mit ihrer öffentlichen Schilderung des Erlebten ein starkes Signal an andere betroffene Frauen sende. Gleichzeitig warnte sie, dass Deepfakes längst kein Nischenproblem mehr seien, sondern eine weitverbreitete Gefahr, die dringendes Handeln erfordere.
Die stellvertretende Ministerpräsidentin wies auf erhebliche rechtliche Lücken im Umgang mit Deepfakes hin. Sie forderte Reformen des Sexualstrafrechts und betonte, dass digitale Gewalt genauso schwerwiegend behandelt werden müsse wie physische Angriffe. Neubaur machte deutlich, dass die bestehende Gesetzgebung mit dem technologischen Fortschritt nicht Schritt halte und Opfer damit unzureichend geschützt seien.
Der Fall von Fernandes wird in Spanien weiterhin untersucht, während die Behörden die KI-generierten Inhalte prüfen. Neubaurs Forderung nach einer Rechtsreform zielt darauf ab, Schlupflöcher zu schließen und strengere Strafen für Deepfake-Delikte durchzusetzen. Das Ergebnis dieses Verfahrens könnte richtungsweisend für die künftige Verfolgung digitaler Gewalt werden.






