10 June 2026, 16:19

Nadav Lapid verlässt FID Marseille nach Boykott-Druck und künstlerischer Solidaritätswelle

Natalie Portman, Justine Triet und Jacques Audiard verteidigen den israelischen Regisseur Nadav Lapid: 'Der kulturelle Boykott ist ein intellektuelles Versagen'

Nadav Lapid verlässt FID Marseille nach Boykott-Druck und künstlerischer Solidaritätswelle

Der israelische Regisseur Nadav Lapid hat sich nach einer Boykottkampagne vom Internationalen Filmfestival FID Marseille zurückgezogen. Der Schritt folgt auf Druck, der bereits rund zehn Filmemacher dazu veranlasst hatte, ihre Werke aus dem Programm zu nehmen. Lapid äußerte sich frustriert über die eskalierende Situation und deren mögliche Auswirkungen auf kulturelle Einrichtungen.

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Die Kontroverse begann mit Lapids geplanter Rolle als Jurymitglied des Festivals. Festivalleiterin Tsveta Dobreva betonte, er sei ausschließlich wegen seiner filmischen Leistungen eingeladen worden. Lapid, ein bekannter Kritiker der Regierung von Benjamin Netanyahu, lebt seit 2021 in Frankreich.

Über 350 Branchenvertreter, darunter Natalie Portman, Justine Triet und Jacques Audiard, unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie den Boykott verurteilten. Der Brief bezeichnete seinen Rückzug als Warnsignal und forderte Maßnahmen, die über diesen Einzelfall hinausgehen. Auch Le Monde veröffentlichte zwei Stellungnahmen zu seiner Verteidigung, eine davon von Portman und anderen unterzeichnet.

Eine zweite Stellungnahme mit dem Titel „Kino ist keine Botschaft“ stellte die Argumentation des Boykotts direkt infrage. Lapids jüngster Film „Yes“ wurde von Variety als scharfe Kritik am israelischen Nationalismus gelobt.

Der Boykott zwang Lapid, das Festival vollständig zu verlassen. Sein Rückzug unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen politischem Aktivismus und künstlerischer Freiheit. Die offenen Briefe und Stellungnahmen zeigen eine starke Solidarität mit seinem Werk innerhalb der Filmbranche.

Quelle