30 March 2026, 14:20

"Noch eins!": Berliner Tafeln sammeln Grundnahrungsmittel gegen wachsende Armut

Eine Gruppe von Menschen vor einem Supermarkt, einige halten Einkaufst├Ąsche, mit einem Einkaufswagen, Topfpflanze, Regalen, Schildern und Deckenbeleuchtung.

"Noch eins!": Berliner Tafeln sammeln Grundnahrungsmittel gegen wachsende Armut

Eine kleine Gruppe Ehrenamtlicher steht diese Woche vor einem Neuköllner Supermarkt und bittet Kundinnen und Kunden, ein zusätzliches Produkt für die Berliner Tafeln zu spenden. Die Aktion "Noch eins!", die noch bis zum 4. April läuft, sammelt Grundnahrungsmittel wie Kaffee und Schokolade für Menschen, die sich Lebensmittel kaum leisten können. Angesichts einer fast verdoppelten Nachfrage seit der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine kommt die Initiative zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die wachsende Zahl Bedürftiger in der Stadt.

Die 33-jährige Anne verbringt ihre freien Donnerstage damit, am Kassenbereich Spenden zu sammeln – zwischen ihren Schichten im KaDeWe und ihrem ehrenamtlichen Engagement. Gemeinsam mit Uschi und Marianne motiviert sie Kundinnen und Kunden, ein Extra-Produkt mitzunehmen und es dem Team zu überlassen. An der Aktion beteiligen sich 15 Filialen von Edeka, Rewe und Kaufland in ganz Berlin.

Die Spenden ergänzen die regulären Lieferungen der Tafel, die von rund 1.000 Supermärkten und anderen Quellen stammen. Monatlich verteilt die Organisation 660 Tonnen Lebensmittel über 48 Standorte und unterstützt damit etwa 94.000 Menschen in Obdachlosenunterkünften und Suppenküchen. Ein Logistikzentrum und 25 Lieferfahrzeuge sorgen dafür, dass die Hilfsgüter dorthin gelangen, wo sie am dringendsten gebraucht werden.

Die Berliner Tafeln sind Teil eines bundesweiten Netzwerks. Deutschlandweit gibt es zwischen 970 und 1.000 Tafeln mit über 2.000 Ausgabestellen, die schätzungsweise 1,5 bis 2 Millionen Menschen erreichen. Dennoch warnt Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe, dass die langen Schlangen vor den Berliner Tafeln für die Bundesregierung ein alarmierendes Zeichen für das Ausmaß der Krise sein sollten.

Die Osteraktion endet am 4. April, doch der Bedarf an Lebensmittelhilfe in Berlin zeigt keine Anzeichen einer Entspannung. Dank Spenden von Kundinnen und Kunden sowie der Zusammenarbeit mit Supermärkten versorgt die Tafel weiterhin Tausende mit Mahlzeiten – jeden Monat. Die steigenden Zahlen derer, die auf ihre Unterstützung angewiesen sind, unterstreichen den anhaltenden Druck auf Haushalte in der gesamten Stadt.

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