NRW-Polizei rüstet sich mit digitaler Schwarmintelligenz gegen Cyberkriminalität
Jakob BauerNRW-Polizei rüstet sich mit digitaler Schwarmintelligenz gegen Cyberkriminalität
Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive für digitale Ermittlungskompetenz
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Fähigkeiten im Bereich digitaler Ermittlungen deutlich auszubauen. Im Mittelpunkt steht Open Source Intelligence (OSINT) – eine Methode zur Sammlung und Analyse öffentlich zugänglicher Daten aus dem Internet. Die Behörden haben Teams erweitert, neue Schulungsprogramme eingeführt und Beamte mit modernster Technik ausgestattet, um die Online-Fähigkeiten der Strafverfolgung zu stärken.
Federführend ist das Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf, wo Fabian Coenen (42) die Abteilung 22.2 leitet. Sein Team spezialisiert sich auf OSINT bei politisch motivierter Kriminalität. Was einst als Zweier-Team begann, ist heute eine Abteilung mit 16 Fachleuten – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler.
Unter dem Projektnamen «Digitale Streife» hat das LKA zehn zusätzliche Beamte eingestellt, sechs davon in Coenens Team. Fast 100 weitere Polizisten in sechs Staatsschutzbehörden sind mittlerweile in OSINT-Ermittlungen eingebunden. Diese Einheiten liefern allgemeine Open-Source-Recherchen und schnelle Unterstützung bei dringenden Einsätzen mit Bezug zur nationalen Sicherheit.
Ein zentraler Baustein der Initiative ist die Ausbildung. Marc Restemeyer (37), Beamter im öffentlichen Dienst, leitet die OSINT-Schulungen am Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss. Er bereitet sowohl neue LKA-Mitarbeiter als auch Beamte der «Digitalen Streife»-Einheiten in sechs regionalen Polizeibehörden vor. Das gesamte Programm nutzt die bereits vorhandene Hardware und Software an den Arbeitsplätzen der Teilnehmer, um rechtssichere und effektive Ermittlungen zu gewährleisten.
Das Leitprinzip ist «Schwarmintelligenz» – ein System, das Fachwissen aus verschiedenen Teams bündelt. Durch strukturierte Zusammenarbeit können Ermittler auf das gesamte verteilte Wissen zugreifen und so schneller und effizienter agieren.
Die Initiative markiert einen deutlichen Modernisierungsschub für die digitale Polizeiarbeit in Nordrhein-Westfalen. Beamte erhalten nun spezielle Schulungen, arbeiten mit KI-gestützten Tools und sind in größeren Teams organisiert. Ziel ist es, die Strafverfolgung in einer zunehmend digitalisierten Welt handlungsfähig zu halten.






