Pharmakonzern zwischen Hoffnung auf Medikamentenerfolg und Roundup-Prozessrisiko
Jakob BauerPharmakonzern zwischen Hoffnung auf Medikamentenerfolg und Roundup-Prozessrisiko
Ein großer Pharmakonzern steht vor entscheidenden Monaten, da wichtige rechtliche und regulatorische Weichenstellungen bevorstehen. Der Oberste Gerichtshof der USA wird Anfang April 2026 über Warnhinweise für das Unkrautvernichtungsmittel Roundup verhandeln; ein Urteil wird bis Mitte Juni erwartet. Unterdessen meldet die Arzneimittelsparte des Unternehmens vielversprechende klinische Ergebnisse – was trotz der anhaltenden finanziellen Belastung durch Prozesskosten die Aktienkurse steigen ließ.
Die Papiere des Konzerns legten um 4,71 % auf 40,25 Euro zu, nachdem bekannt wurde, dass Kerendia, ein Medikament gegen chronische Nierenerkrankungen, in einer Studie mit nicht-diabetischen Patienten sein Hauptziel erreichte. Dieser Erfolg könnte den Markt für das Präparat über die bestehende Zulassung für diabetische Nierenerkrankungen hinaus erweitern, die von der US-Arzneimittelbehörde FDA im Juli 2021 und der Europäischen Kommission im März 2022 erteilt wurde. Das Unternehmen plant nun, eine breitere FDA-Zulassung zu beantragen, was die Umsätze weiter steigern könnte.
Die rechtlichen Herausforderungen bleiben jedoch ein zentrales Risiko. Am 1. April 2026 wird der Supreme Court mündlich über die Frage verhandeln, ob Roundup strengere Warnhinweise benötigt. Anleger verfolgen den Fall genau, ebenso wie eine geplante Regierungsverordnung zur Sicherung der Glyphosat-Versorgung. Ein günstiges Urteil würde den finanziellen Druck verringern und dem Konzern helfen, sein Ziel zu verfolgen: bis zum nächsten Jahrzehnt zehn Blockbuster-Medikamente auf den Markt zu bringen.
Die finanziellen Folgen der anhaltenden Prozesse sind deutlich spürbar. Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro und eine Nettoverschuldung von fast 30 Milliarden Euro – hauptsächlich bedingt durch die Prozesskosten. Dennoch zeigt sich die Pharmasparte widerstandsfähig. Auf der für den 1. April 2026 anberaumten Hauptversammlung werden die Aktionäre über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie abstimmen.
Die kommenden Monate werden für die Zukunft des Konzerns entscheidend sein. Eine positive Entscheidung des Supreme Court in Kombination mit der erweiterten Zulassung für Kerendia könnte die finanzielle Belastung mindern und die langfristigen Wachstumspläne stützen. Die Ergebnisse dieser Entwicklungen werden sowohl die rechtlichen als auch die geschäftlichen Aussichten in den nächsten Jahren prägen.