Revolution in der Stammzelltherapie: Automatisiertes System soll Behandlungen demokratisieren
Nico MeyerRevolution in der Stammzelltherapie: Automatisiertes System soll Behandlungen demokratisieren
Ein neues Forschungsprojekt will die Herstellung von Stammzelltherapien revolutionieren. Unter dem Namen „RauPE“ haben sich Experten aus Industrie und Wissenschaft zusammengeschlossen, um ein großtechnisches, automatisiertes System zu entwickeln. Ziel ist es, die Kosten zu senken und den Zugang zu fortschrittlichen Behandlungen für degenerative und krebsbedingte Erkrankungen zu verbessern.
Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben startete im Juli 2024 im Rahmen des EFRE.NRW-Programms. Finanziert wird es vom Land Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union. Die Federführung übernimmt die BioThrust GmbH, unterstützt vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und dem Universitätsklinikum Essen.
Kernstück des Projekts ist eine automatisierte Expansionsplattform. Sie basiert auf dem membranbasierten Rührreaktor von BioThrust, der speziell für die schonende Verarbeitung von extrazellulären Vesikeln (EVs) konzipiert ist. Diese winzigen Partikel, die von Stammzellen freigesetzt werden, gelten als vielversprechend für die Therapie schwerer Krankheiten.
Das Fraunhofer IPT integriert den gesamten EV-Herstellungsprozess in seine AUTOSTEM-Laborplattform – ein vollautomatisiertes System, das die Produktion effizienter gestaltet und gleichzeitig die Qualität sichert. Zudem sollen skalierbare Verfahren für die Herstellung von ciMSC-EV-Präparaten entwickelt werden, die strenge medizinische Zertifizierungsstandards erfüllen.
BioThrust hat bereits spezielle Membranreaktor-Kartuschen entwickelt, die eine effiziente und schonende Vermehrung empfindlicher Stammzellen ermöglichen – ein entscheidender Schritt im Prozess.
Das „RauPE“-Projekt könnte die Produktion von Stammzelltherapien grundlegend verändern. Durch Automatisierung und Kostensenkung könnte die Technologie mehr Patient:innen den Zugang zu innovativen Behandlungen ermöglichen. Das Konsortium erwartet, dass die Plattform regulatorische Anforderungen erfüllt und so den Weg für eine breitere klinische Anwendung ebnet.






