31 May 2026, 18:16

Ruhrgebiet setzt auf Tiefengeothermie für klimaneutrale Wärmeversorgung der Zukunft

Tiefe Geothermie: Eine Karte des Bochumer Untergrunds

Ruhrgebiet setzt auf Tiefengeothermie für klimaneutrale Wärmeversorgung der Zukunft

Neues Forschungsprojekt erkundet tiefengeothermisches Potenzial unter dem Ruhrgebiet

Die Initiative „VESTA CONTRAST“ untersucht die Möglichkeiten der Tiefengeothermie im südlichen Bochum und in Witten. Die Ergebnisse könnten Städten helfen, auf nachhaltige Wärmeversorgung umzusteigen.

Im Fokus steht ein fünf Kilometer langer Untergrundabschnitt, der bis zu 2.000 Meter tief reicht. Die Forscher analysieren Sandsteinschichten aus dem Karbon, die vor etwa 300 Millionen Jahren entstanden sind. Diese Gesteinsschichten könnten ungenutzte thermische Reserven bergen, da die Temperaturen in der Region pro 100 Meter um etwa 3 °C ansteigen.

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Mithilfe geophysikalischer Methoden sollen die geologischen Bedingungen des Gebiets bewertet werden. Ziel ist ein detailliertes Modell der unterirdischen Strukturen. Dieses Wissen könnte den Zugang zu tieferen geothermischen Ressourcen erschließen, die bereits in Städten wie München und Paris zur Gebäudeheizung genutzt werden.

Bisher decken oberflächennahen Geothermieanlagen vor allem Einfamilienhäuser ab. Für eine großflächige Nutzung sind jedoch tiefere Quellen erforderlich. Experten schätzen, dass drei Viertel der deutschen Gebäude geothermisch beheizt werden könnten. Die Technologie könnte zudem ein Viertel des kommunalen und industriellen Wärmebedarfs decken.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit rund 330.000 Euro gefördert. Die Ergebnisse sollen die Grundlage für künftige Geothermie-Projekte im Ruhrgebiet bilden.

VESTA CONTRAST“ zielt darauf ab, nutzbare unterirdische Wärmequellen für die städtische Wärmeversorgung zu identifizieren. Bei Erfolg könnten die Erkenntnisse ganze Städte beim Umstieg auf nachhaltige Energie unterstützen. Zudem wird die Forschung weitere Erkundungen des tiefengeothermischen Potenzials in ganz Deutschland anleiten.

Quelle