"Schwabinger 7": Wie ein Münchner Kult-Kneipen-Kunstwerk in Bruckmühl neu erwacht
Tim Böhm"Schwabinger 7": Wie ein Münchner Kult-Kneipen-Kunstwerk in Bruckmühl neu erwacht
Ein Stück des legendären Münchner Nachtlebens wird bald in Bruckmühl der Öffentlichkeit präsentiert. Das Kunstwerk "Schwabinger 7", geschaffen von Rupert Dorrer, hält den Geist der berühmtesten Bar der Stadt fest – kurz vor ihrem Abriss. Der kürzlich wiedergewählte Bürgermeister von Bruckmühl wird das Werk am Montag um 11 Uhr feierlich enthüllen.
Die "Schwabinger 7" war einst Münchens ikonischste Kneipe und zog jahrzehntelang ein unkonventionelles Publikum an. Bevor das Lokal abgerissen wurde, fotografierte der Künstler Rupert Dorrer die mit Graffiti bedeckte Wand und verwandelte sie in ein mehrschichtiges Mixed-Media-Gemälde auf Holz. Mit den Maßen 140 mal 72 Zentimeter war das Werk von 2012 bis 2018 erstmals in Dorrers Münchner Atelier ausgestellt.
Später gelangte es in eine Privatsammlung nach Berlin, bevor es vor zwölf Jahren von Denn's Biomarkt bei einer Auktion erworben wurde. 2024 sicherte sich das Städtische Museum Bruckmühl das Kunstwerk als Dauerleihgabe. Seit dem 15. Januar 2025 ist es in der Galerie der Stadt zu sehen, die zudem 140 Werke aus dem Landkreis Rosenheim ab 1875 beherbergt.
Dorrer trifft sich noch immer mit seinem langjährigen Freund Gerd "Manila" Waldhauser an ihrem alten Stammtisch – mittlerweile im "Grünen Eck" in der Schwabinger Marktstraße.
Das Kunstwerk bleibt als Teil der ständigen Sammlung in der Bruckmühler Galerie erhalten. Die Enthüllung durch den Bürgermeister markiert seinen offiziellen Eintritt in die kulturelle Szene der Stadt. Mit seiner Schöpfung sorgt Dorrer dafür, dass das Erbe der "Schwabinger 7" über München hinaus weiterlebt.