Sechs Pioniere kämpfen um den Innovationspreis für CO₂-Nutzung 2026
Johanna AlbrechtSechs Pioniere kämpfen um den Innovationspreis für CO₂-Nutzung 2026
Sechs Unternehmen sind für den Innovationspreis "Beste CO₂-Nutzung 2026" nominiert. Ihre Technologien verwandeln abgetrenntes Kohlendioxid in Kraftstoffe, Chemikalien und Materialien. Die Finalisten werden ihre Arbeiten auf der Konferenz "CO₂-basierte Kraftstoffe und Chemikalien 2026" im April in Köln präsentieren.
Die nominierten Lösungen reichen von der direkten Abscheidung aus der Luft bis zur elektrochemischen Umwandlung. Jeder Ansatz zielt darauf ab, Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig wertvolle Industrieprodukte zu schaffen.
Die ausgewählten Firmen stammen aus vier Ländern und bieten jeweils eine eigene Methode zur CO₂-Wiedernutzung. Aerleum (Frankreich) spezialisiert sich auf die direkte Kohlenstoffnutzung und verwandelt atmosphärisches oder industrielles CO₂ in E-Methanol – einen sauberen Kraftstoff und chemischen Grundbaustein für die Luftfahrt, Schifffahrt und nachhaltige Produktion.
CERT Systems (Kanada) setzt mit seinem Air-to-Chemicals-Verfahren abgetrenntes CO₂ in Ethylen um, einen Schlüsselrohstoff für Kunststoffe und nachhaltigen Flugkraftstoff. ICODOS (Deutschland) hingegen hat ein modulares System entwickelt, das CO₂-Abscheidung mit Methanolproduktion kombiniert – betrieben mit kostengünstiger Solar- und Windenergie.
In den USA nutzt OCOchem in seinem Carbon-FluX-Elektrolyseur CFX 400 die Elektrokatalyse, um Ameisensäure und Kaliumformiat herzustellen – Chemikalien, die in der Landwirtschaft, Textilindustrie und Wasserstoffspeicherung eingesetzt werden. Ein weiterer deutscher Nominierter, CYNio, konzentriert sich auf Spezialisocyanate, die für Klebstoffe, Beschichtungen und Pharmazeutika entscheidend sind, in Europa jedoch derzeit knapp verfügbar sind.
Frühere Preisträger haben bereits das Potenzial CO₂-basierter Materialien unter Beweis gestellt, darunter Kohlenstoffnanoröhrchen, Batteriekomponenten und Polyurethane. Die diesjährigen Nominierten erweitern diese Anwendungen mit skalierbaren, energieeffizienten Verfahren.
Die Konferenz findet vom 28. bis 29. April 2026 in Köln statt – sowohl vor Ort als auch im Livestream. Die Teilnehmer erfahren, wie diese Innovationen Branchen verändern könnten, die bisher auf fossile Rohstoffe angewiesen sind.
Die sechs Finalisten konkurrieren während der zweitägigen Veranstaltung um den Titel Beste CO₂-Nutzung 2026. Ihre Technologien zeigen die wachsenden Möglichkeiten auf, Abfall-CO₂ in marktfähige Produkte umzuwandeln.
Auf der Konferenz werden zudem übergreifende Trends der CO₂-Umwandlung behandelt – von modularen Anlagenkonzepten bis zu elektrochemischen Methoden. Die Veranstalter erwarten Industrievertreter, Forscher und Entscheidungsträger, die sich mit kohlenstoffarmer Produktion beschäftigen.






