06 June 2026, 12:15

Solinger Mietspiegel in der Kritik: SPD-Stadtrat deckt gravierende Lücken auf

SPD: Anfrage von Stadtrat Markus Preuss zum aktuellen Mietspiegel in Klingenstadt

Solinger Mietspiegel in der Kritik: SPD-Stadtrat deckt gravierende Lücken auf

Fragen zum Entwurf des Solinger Mietspiegels nach Anfrage von SPD-Stadtrat Markus Preuss

Zweifel am Entwurf des Solinger Mietspiegels sind aufgekommen, nachdem der SPD-Stadtrat Markus Preuss eine offizielle Anfrage eingereicht hat. Die vorgeschlagenen Richtlinien, die auf der Ratssitzung am 9. November beraten werden sollen, enthalten mehrere Ungereimtheiten, die sowohl Mieter als auch Vermieter betreffen könnten. Preuss, der derzeit fraktionslos ist, fordert vor der Abstimmung Klarheit ein.

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In seiner Anfrage wies Preuss auf Lücken in den Berechnungsgrundlagen des Mietspiegels hin. Ein zentraler Kritikpunkt ist das Fehlen eines Zuschlags für Immobilien in der Nähe von Grünflächen – wie etwa an der Sandstraße 33 –, obwohl Solingen seine grünen Umgebungen als besonderen Vorzug bewirbt. Gleichzeitig wurden an Adressen wie der Beethovenstraße 129 erhöhte Lärmbelastungen durch Verkehr festgestellt, doch ein entsprechender Abschlag für diese Beeinträchtigungen wurde nicht vorgenommen.

Der Entwurf sieht zudem Mietobergrenzen für Leistungsbezieher vor, die unter dem aktuellen Mietspiegel liegen – ohne dass nachvollziehbar wäre, wie diese Werte zustande gekommen sind. Ein weiteres Problem ist der reine Vergleich von Wohnungen nach ihrer Größe, ohne Berücksichtigung der Anzahl der Bewohner. Dies könnte zu ungerechten Mietberechnungen für größere Haushalte führen.

Unklarheiten gibt es auch bei der nachträglichen Dämmung: Zwar werden Zuschläge für Modernisierungen angeboten, doch bleibt offen, wie Vermieter diese bei Immobilien berechnen sollen, die bereits die Energieeffizienzstandards (EnEV) erfüllen. Zudem werden Einbauküchen – normalerweise als wertsteigernd angesehen – nicht als teilmöbliert eingestuft, was bestimmte Wohnungen unterbewerten könnte.

Preuss hat den Oberbürgermeister um eine zügige Stellungnahme gebeten, um die offenen Fragen vor der Ratsentscheidung zu klären.

Der Entwurf des Mietspiegels steht nun wegen seiner Methodik und möglicher Versäumnisse in der Kritik. Mieter, Vermieter und Stadträte warten auf Aufklärung, wie Grünflächen, Lärmbelastung, Dämmstandards und Ausstattung künftig in die Mietbewertung einfließen sollen. Das Ergebnis der Sitzung am 9. November wird zeigen, ob vor der Umsetzung noch Anpassungen vorgenommen werden.

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