SPD in der tiefsten Krise: Umfragen stürzen auf 12 Prozent ab – und die Partei zerreißt sich selbst
Jakob BauerSPD in der tiefsten Krise: Umfragen stürzen auf 12 Prozent ab – und die Partei zerreißt sich selbst
Die SPD steckt in ihrer schwersten Krise seit Jahrzehnten. Aktuelle Umfragen zeigen nur noch eine Zustimmung von 12 bis 14 Prozent – die Parteivorsitzenden Lars Klingbeil und Saskia Esken verlieren nicht nur bei den Wählern, sondern auch in den eigenen Reihen an Vertrauen. Währenddessen offenbaren politische Verschiebungen in anderen Parteien gegensätzliche Strategien: Manche klammern sich an die Macht, andere kämpfen vergeblich gegen eine Abwärtsspirale aus Misserfolgen.
Im Sport unterstreicht der starke Auftritt von Rot-Weiss Essen in einem Testspiel den Aufstiegswillen des Clubs. Doch abseits des Fußballs zeigt ein skurriler Wal-Rettungseinsatz, wie hartnäckig die Natur ihre eigenen Herausforderungen stellt.
Die Probleme der SPD verschärften sich Ende März 2026 nach einer weiteren Runde enttäuschender Umfragewerte. Sowohl das ZDF-Politbarometer (13 Prozent) als auch INSA/Bild (14 Prozent) bestätigen historische Tiefststände der Partei. Nur 17 Prozent der Deutschen – und lediglich 29 Prozent der SPD-Anhänger – glauben, dass Klingbeil und Esken die Partei aus der Krise führen können. Die interne Unzufriedenheit wächst: 48 Prozent der Mitglieder fordern eine stärkere Linksausrichtung, während 22 Prozent einen gemäßigteren Kurs bevorzugen. Besonders auffällig: 100 Prozent der Befürworter geben an, es leid zu sein, dass Klingbeils Name in jeder Umfrage auftaucht.
Die jüngsten Niederlage bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben die Stimmung weiter verdüstert. Kritiker werfen der Partei vor, ihr Aktionsplan komme bei den Wählern nicht an – und selbst in den eigenen Reihen bröckelt das Vertrauen. In Bayern hingegen meistert Markus Söder weiterhin seinen politischen Balanceakt: Er passt seine Positionen zu fast jedem Thema an – mit einer Ausnahme: Seine eigene Führung bleibt unantastbar.
In Nordrhein-Westfalen nahm die Politik einen ruhigeren Kurs, als Hendrik WüstIna Scharrenbach zur Ministerin ernannte. Sie hatte eigentlich das Amt der Ministerpräsidentin angestrebt, begnügte sich nun aber mit einer Ressortleitung.
Auf der internationalen Bühne hat Bundeskanzler Friedrich Merz mit seiner Regierung einen seltenen Vorteil gefunden: Trumps Politik ablehnen, ohne die Beziehungen zu Israel zu belasten. Damit gelingt es Deutschland, sich von den USA abzugrenzen, ohne diplomatische Verwerfungen zu riskieren.
Im Fußball sorgte Rot-Weiss Essen (RWE) für Schlagzeilen, als der Drittligist den Zweitligisten VfL Bochum in einem Testspiel mit 4:0 deklassierte. Der Sieg festigt den zweiten Tabellenplatz und stärkt die Aufstiegsambitionen des Traditionsclubs.
Abseits des Platzes gibt ein hartnäckiges Problem den Rettern Rätsel auf: Ein gestrandeter Wal, der immer wieder von einer Sandbank befreit wird, kroch stets auf die nächste – und setzt sein Leben damit erneut aufs Spiel.
Die SPD-Führung steht vor einem steilen Aufstieg, um wieder Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Umfragen und interne Querelen zeichnen ein düsteres Bild. Söders unerschütterliches Selbstbewusstsein bildet einen scharfen Kontrast zu den Kämpfen der Partei, während Wüsts pragmatische Personalentscheidung für Scharrenbach einen anderen Umgang mit Machtverteilung zeigt.
RWEs Sieg ist ein Lichtblick im deutschen Fußball – doch der Wal, der sich beharrlich in Gefahr begibt, erinnert daran, dass manche Herausforderungen sich jeder einfachen Lösung entziehen.






