Stichwahl in Solingen: Warum so viele Briefwahlstimmen fehlten
Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Solingen: Rücklauf der Briefwahlstimmen deutlich geringer als bei der Hauptwahl
Bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Solingen ging ein deutlich geringerer Anteil der Briefwahlunterlagen zurück als bei der ursprünglichen Wahl. Wie die Behörden mitteilten, sandten 73,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Unterlagen zurück – im Vergleich zu 91,38 Prozent bei der Hauptwahl. Eng gesetzte Postfristen und die Wahlbeteiligung spielten dabei eine entscheidende Rolle.
Insgesamt wurden bei der Stichwahl am 28. September 17.763 Stimmen per Brief abgegeben. Davon entfielen 16.415 auf zurückgesandte Wahlunterlagen, während 1.348 Wähler ihre Dokumente persönlich abholten und einreichten. Allerdings nutzten 6.466 berechtigte Wähler ihr Briefwahlrecht überhaupt nicht.
Die Stadt hatte aufgrund der knappen Postlaufzeiten mit Verzögerungen gerechnet. Die Behörden hatten die Deutsche Post frühzeitig kontaktiert, und das Unternehmen bestätigte, die Zustellfristen einhalten zu können. Ersatzdokumente standen bis zum 27. September mittags für diejenigen bereit, die noch auf ihre Unterlagen warteten.
Stichwahlen verzeichnen in der Regel eine geringere Beteiligung als Hauptwahlen. 2015 lag die Rücklaufquote bei der Stichwahl bei 81 Prozent – und damit immer noch höher als in diesem Jahr. Im Durchschnitt bleiben in den letzten Jahren etwa elf Prozent der Briefwahlunterlagen ungenutzt. Diesmal gab etwa ein Viertel der Antragsteller ihre Unterlagen nicht zurück und konnte somit nicht wählen.
Das endgültige Wahlergebnis spiegelte sowohl logistische Herausforderungen als auch typische Trends bei Stichwahlen wider. Mit einer Rücklaufquote von 73,3 Prozent lag das Ergebnis zwar unter dem der Hauptwahl, entsprach aber den Erfahrungen aus früheren Jahren. Die Behörden hatten zwar Maßnahmen ergriffen, um Verzögerungen zu minimieren, dennoch verpassten einige Wähler die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben.






