Thyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Direktreduktion in Duisburg
Jakob BauerThyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Direktreduktion in Duisburg
Thyssenkrupp baut sein Stahlwerk in Duisburg um und ersetzt die Hochöfen durch eine Direktreduktionsanlage (DRI) auf Wasserstoffbasis. Mit dem Projekt sollen die CO₂-Emissionen um bis zu 3,5 Millionen Tonnen pro Jahr gesenkt werden – ein erheblicher Beitrag zur Dekarbonisierung der deutschen Stahlindustrie.
Die Erdarbeiten für die neue Anlage begannen Mitte 2024, nachdem eine Genehmigung für einen vorzeitigen Baustart erteilt worden war. Das Baufeld ist fast so groß wie 40 Fußballfelder und liegt in der Nähe des bestehenden Kraftwerks Walsum.
Die DRI-Anlage wird mit der Midrex-Flex-Technologie betrieben, die den Einsatz einer Mischung aus Erdgas und Wasserstoff ermöglicht. Ab 2028 soll schrittweise Wasserstoff genutzt werden, bis 2029 ist der vollständige Wasserstoffbetrieb geplant. Bei voller Kapazität wird die Anlage jährlich etwa 143.000 Tonnen Wasserstoff benötigen – das entspricht 5,6 Terrawattstunden.
Sobald die Anlage in Betrieb ist, wird sie jährlich 2,5 Millionen Tonnen CO₂-armen heißen Briketts (HBI) produzieren. Bund und Landesregierung Nordrhein-Westfalen fördern das Vorhaben mit zwei Milliarden Euro. Die neue Anlage wird die Emissionen um etwa ein Fünftel der gesamten deutschen Stahlproduktion verringern. Dieser Wandel unterstützt die Branche bei der Umstellung auf sauberere Produktionsverfahren. Das Projekt markiert einen wichtigen Schritt in Deutschlands Bemühungen, die industriellen Treibhausgasemissionen zu senken.






