07 June 2026, 16:13

Vassiliadis fordert Steuerreform: Entlastung für Mittelverdiener, höhere Abgaben für Reiche

IG BCE fordert Spitzensteuer nur über 100.000 Euro

Vassiliadis fordert Steuerreform: Entlastung für Mittelverdiener, höhere Abgaben für Reiche

Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft IG BCE, hat eine Reihe von Steuerreformen vorgeschlagen, die die Belastung für Mittelverdiener verringern sollen. Seine Pläne umfassen Anpassungen der Einkommensteuergrenzen, eine Vermögenssteuer für Spitzenverdiener sowie strengere Erbschaftssteuerregeln. Die Änderungen sollen wichtige öffentliche Investitionen finanzieren und gleichzeitig den Druck auf Arbeitnehmer mit niedrigen und mittleren Einkommen mindern.

Vassiliadis schlägt vor, den Spitzensteuersatz erst ab einem Bruttojahreseinkommen von etwa 100.000 Euro greifen zu lassen – eine Erhöhung der aktuellen Grenze. Dies würde seiner Meinung nach die Mittelschicht entlasten, die derzeit zu stark belastet werde. Gleichzeitig regt er an, den Spitzensteuersatz selbst um zwei bis drei Prozentpunkte anzuheben, sodass er von derzeit 42 Prozent auf bis zu 45 Prozent steigen würde.

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Für die Wohlhabendsten plant er eine neue Steuer auf Einkommen über 200.000 Euro. Ein zusätzlicher Abgabe auf die Reichsten soll Infrastruktur- und Verteidigungsprojekte mitfinanzieren. Vassiliadis befürwortet zudem höhere Erbschaftssteuern, räumt zwar Bedenken von Wirtschaftsvertretern ein, dass Betriebsvermögen betroffen sein könnte, besteht aber darauf, dass dies Steuervermeidung eindämmen würde.

Die Gewerkschaft bleibt einem linear-progressiven Steuersystem verbunden, lehnt jedoch den sogenannten „Mittelstandsbauch“ ab, der viele unnötig in höhere Steuersätze drängt. Vassiliadis fordert zudem, dass Geringverdiener kaum oder gar keine Steuern zahlen, um die Fairness des Systems für Menschen mit bescheidenen Einkommen zu gewährleisten.

Ziel der Vorschläge ist es, die Steuerlast stärker auf die Superreichen zu verlagern und gleichzeitig die Kosten für normale Arbeitnehmer zu senken. Vassiliadis argumentiert, dass die Reichsten von einer starken öffentlichen Infrastruktur und Sicherheit profitieren und ihr Beitrag daher unverzichtbar sei. Sollten die Pläne umgesetzt werden, würden sie eine deutliche Wende in der deutschen Steuerpolitik markieren.

Quelle