Warum Deutschlands Goldreserven in New York immer stärker umkämpft werden
Johanna AlbrechtWarum Deutschlands Goldreserven in New York immer stärker umkämpft werden
Forderungen nach Rückholung der deutschen Goldreserven nehmen zu
In den vergangenen Monaten haben die Rufe nach einer Rückführung der deutschen Goldbestände an Fahrt aufgenommen. Sorgen um Kontrahentenrisiken und die nationale Kontrolle über Vermögenswerte befeuern die Debatte. Besonders brisant wurde das Thema nach einem spektakulären Banküberfall, der die Verwundbarkeit bei der Lagerung von Edelmetallen offenlegte.
Aktuell verfügt Deutschland über rund 3.352 bis 3.550 Tonnen Gold, die auf drei Standorte verteilt sind. Laut den jüngsten Zahlen der Bundesbank von 2024 lagern 1.710 Tonnen in Frankfurt, während 1.236 Tonnen in New York und 405 Tonnen in London eingelagert sind. Weitere Reserven gibt es nicht.
Der Wert dieser im Ausland gehaltenen Bestände ist dramatisch gestiegen. Waren sie 2005 noch 13,6 Milliarden Euro wert, übersteigen sie heute 177 Milliarden Euro – und werfen damit Fragen nach dem Kontrahentenrisiko auf. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hat Forderungen nach einer Rückholung zurückgewiesen und betont, man vertraue der Federal Reserve Bank of New York.
Kritiker argumentieren jedoch, dass der entscheidende Vorteil von physischem Gold – die Abwesenheit von Kontrahentenrisiken – nur dann greift, wenn Anleger es direkt besitzen. Der starke Anstieg der Goldpreise in den letzten 20 Jahren hat zudem das potenzielle Verlustrisiko für diejenigen erhöht, die in physisch besicherte Zertifikate oder ungesicherte Finanzprodukte investiert haben. Im schlimmsten Fall könnten Inhaber von "Papiergold" alles verlieren, falls der Emittent insolvent geht.
Die Diskussion erhielt neuen Auftrieb durch einen kürzlichen Raubüberfall auf eine große Filiale der Sparkasse in Gelsenkirchen. Selbst versichertes Gold in Banktresoren erwies sich als angreifbar, was die Bedenken hinsichtlich der Sicherheit weiter verstärkte. Im Gegensatz zu Papierwährungen bleibt der innere Wert von Gold unabhängig von Finanzsystemen – ein Gedanke, den J.P. Morgan 1912 prägnant zusammenfasste: "Gold ist Geld – alles andere ist Kredit."
Der Druck zur Rückführung spiegelt tiefere Ängste um finanzielle Stabilität und staatliche Souveränität wider. Angesichts steigender Goldpreise sind die Risiken für Anleger und Zentralbanken gewachsen. Vorerst bleiben Deutschlands Reserven auf Frankfurt, New York und London verteilt.
Debates Heat Up Over German Gold Repatriation
The Bundestag has formally debated demands to repatriate Germany's overseas gold reserves. Key developments include:
- The AfD's motion calling for full repatriation to eliminate third-party risks.
- FDP and Greens previously raised concerns over Trump-era policy risks.
- Steuerzahlerbund cited geopolitical instability as a catalyst for the 2020 repatriation target.
- Over 1.236 tons (36.6%) remain in New York, valued at 164 billion euros.






