Westfalen-Lippe kämpft mit bundesweit schlimstem Hausärztemangel – und Lösungen brauchen Zeit
Nico MeyerHausarztmangel in NRW: Streit um effektive Maßnahmen - Westfalen-Lippe kämpft mit bundesweit schlimstem Hausärztemangel – und Lösungen brauchen Zeit
Nordrhein-Westfalens Region Westfalen-Lippe leidet unter massivem Hausärztemangel – und liegt bundesweit auf dem letzten Platz
In der Region Westfalen-Lippe in Nordrhein-Westfalen herrscht ein dramatischer Mangel an Hausärzten: Mit nur 61 Medizinerinnen und Medizinern pro 100.000 Einwohnerin und Einwohner weist die Region die schlechteste Hausarztversorgung in ganz Deutschland auf. Obwohl die Behörden bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet haben, werden spürbare Verbesserungen noch Jahre auf sich warten lassen.
Die Krise in Westfalen-Lippe hat sich über Jahre zugespitzt. Aktuelle Daten des Bundesärzteregisters bestätigen, dass die Region unter den 17 kassenärztlichen Vereinigungen bundesweit das Schlusslicht bei der Hausarztversorgung bildet. Einzig Brandenburg verzeichnet noch weniger Ärztinnen und Ärzte pro Kopf.
Bereits 2009 startete das Land ein Programm, um die Unterversorgung in NRW zu bekämpfen – mit seiner Hilfe entstanden über 1.000 neue Praxen in benachteiligten Gebieten. Doch obwohl 80 Prozent der Fördergelder nach Westfalen-Lippe flossen, blieb eine spürbare Besserung aus. Kritiker werfen der Politik vor, die Maßnahmen seien unzureichend gewesen.
Als Reaktion führte NRW als erstes Bundesland eine Landarztquote ein: 1.100 Medizinstudierende haben sich verpflichtet, nach ihrem Abschluss ein Jahrzehnt lang als Hausärzte in der Region zu arbeiten. Doch wegen der langen Ausbildungszeit werden die ersten Absolventinnen und Absolventen dieses Programms frühestens 2030 in den Praxisalltag starten.
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) verteidigt seinen Kurs und räumt ein, dass die Lösung des Problems langfristige Planungen erfordere, die über eine Legislaturperiode hinausgingen. Die SPD wirft ihm hingegen Untätigkeit vor und warnt, dass sich die Versorgungslücken in Westfalen-Lippe ohne schnellere Lösungen weiter verschärfen werden.
Doch bis die ersten Ärztinnen und Ärzte aus dem Quotenprogramm ihren Dienst antreten, bleibt die Region auf bestehende Brückenlösungen angewiesen. Der Hausärztemangel in Westfalen-Lippe bleibt damit eine der drängendsten Herausforderungen im deutschen Gesundheitssystem.






