01 May 2026, 08:20

Willich plant Kürzungen bei Kita-Geschwisterrabatten – Eltern protestieren gegen höhere Kosten

Schwarzes und weißes Plakat mit dem Text "Jeder zahlt, aber wenige profitieren von Kinderarbeit" und einer Gruppe von Menschen.

Willich plant Kürzungen bei Kita-Geschwisterrabatten – Eltern protestieren gegen höhere Kosten

Eltern in Willich protestieren gegen geplante Änderungen bei den Kita-Gebühren. Die Stadt erwägt Kürzungen beim Geschwisterrabatt sowie neue Gebührenanpassungen, um die finanzielle Belastung zu verringern. Viele Familien argumentieren jedoch, dass die Pläne sie in einer ohnehin schon schwierigen Zeit zusätzlich unzumutbar belasten würden.

Die Debatte über die Kinderbetreuungskosten in Willich zieht sich bereits seit Monaten hin, ohne dass eine Einigung in Sicht ist. Probleme wie Personalmangel und Schließungen von Einrichtungen haben das System bereits stark belastet. Nun prüft die Stadt die elterlichen Eigenanteile, um Haushaltslücken zu schließen.

Die aktuellen Vorschläge zielen auf die Geschwisterermäßigungen in Kitas und der Offenen Ganztagsschule (OGS) ab. Für die Kita könnte der Rabatt für das erste Geschwisterkind von derzeit 100 Prozent auf 75 oder 80 Prozent sinken, während weitere Geschwister weiterhin gebührenbefreit blieben. Bei der OGS könnte der Rabatt für das erste Geschwisterkind auf 60 oder 70 Prozent reduziert werden. Zudem sollen jährliche Gebührenerhöhungen auf drei Prozent gedeckelt werden, was voraussichtlich rund 100.000 Euro einbringen würde.

Bürgermeister Christian Pakusch betonte, dass die Stadt die Geschwisterermäßigungen nicht vollständig abschaffen wolle. Vielmehr gehe es darum, die elterlichen Beiträge anzupassen und die Gebührensteigerungen zu begrenzen. Der Jugendhilfeausschuss der Elternvertreter (JAEB) lehnt die Pläne jedoch ab und warnt vor einer zusätzlichen Belastung der Familien.

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Nachbargemeinden wie Nettetal und Kempen erheben bereits eine 50-prozentige Geschwistergebühr für alle Betreuungsangebote. Willich könnte diesem Modell folgen und durch die Reduzierung von Befreiungen etwa 500.000 Euro einnehmen. Die SPD-Fraktion lehnt es jedoch ab, den Haushalt auf dem Rücken der Eltern auszugleichen. Stattdessen schlägt sie alternative Einsparungen in Höhe von 115.000 Euro für das Jahr 2026 vor.

Als Reaktion darauf haben Eltern eine Petition gegen die Gebührenerhöhungen und die Kürzung der Geschwisterrabatte gestartet. Viele befürchten, dass die Änderungen die Kinderbetreuung für größere Familien unerschwinglich machen werden.

Durch die angepassten Geschwistergebühren und die gedeckelten Erhöhungen könnten der Stadt rund 600.000 Euro zufließen. Doch der Widerstand von Eltern, dem JAEB und der SPD deutet darauf hin, dass die Vorschläge auf weitere Ablehnung stoßen werden. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

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