Willich verabschiedet Haushalt 2026 in Rekordzeit – doch Spannungen bleiben
Jakob BauerWillich verabschiedet Haushalt 2026 in Rekordzeit – doch Spannungen bleiben
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt 2026 in Rekordzeit verabschiedet – alle Fraktionen fanden zügig zu einer Einigung. Die Sitzung dauerte weniger als zwei Stunden, da sich jeder Redner strikt an die vorgegebenen fünf Minuten für seine Wortmeldungen hielt. Trotz der einstimmigen Abstimmung zeigten die Debatten über Kinderbetreuungskosten und Wohnungspolitik weiterhin bestehende Spannungen auf.
Das Haushaltsverfahren verlief schneller als üblich, nachdem die SPD bereits vor der Abstimmung detaillierte Einsparvorschläge vorgelegt hatte. Ihr Plan sah vor, nicht essenzielle Ausgaben zu kürzen, ohne Familien zusätzlich zu belasten. Gleichzeitig kritisierte die Partei die Streichungen beim Deutschlandticket für anspruchsberechtigte Studierende und warnte, dies werde den Zugang zu bezahlbarem Nahverkehr einschränken.
Auch die Fraktion der Grünen unterstützte den Haushalt, betonte jedoch die prekäre finanzielle Lage der Stadt. Sie forderten unverzügliche Maßnahmen, um tiefgreifendere Krisen abzuwenden. Unterdessen begrüßte die SPD die Entscheidung des Rates, die Bauturbo-Strategie umzusetzen, die den Bau von bezahlbarem Wohnraum beschleunigen soll.
Eltern in Willich hatten zuvor Bedenken gegen geplante Erhöhungen der Kita-Gebühren und strengere jährliche Anpassungen geäußert. Der Jugendhilfeausschuss lehnte zwei zentrale Vorhaben ab: die Einführung von Geschwistergebühren sowie eine Erhöhung der Beitragssätze. Daraufhin hielt der Rat an seiner Praxis fest, ermäßigte Geschwistergebühren zu erlassen, und machte die jährliche Anpassung der Kita-Gebühren dauerhaft.
Der Haushalt 2026 tritt nach der einstimmigen Verabschiedung im Juli in Kraft. Familien profitieren weiterhin von unveränderten Regelungen bei Geschwistergebühren, während die Stadt ihre Vorhaben in den Bereichen Wohnen und Verkehr vorantreibt. Die zügige Entscheidung steht im Kontrast zu früheren Auseinandersetzungen, doch bleiben einige Sorgen über die Fahrtkosten für Studierende ungelöst.






