19 March 2026, 20:16

Windpark-Ausbau im Hochsauerlandkreis spaltet Naturschützer und Politik

Ein altes Buch mit dem Titel "Deutsche Landschaften, Landschaft und Landschaft Deutschlands, 18. Jahrhundert" mit einer Zeichnung eines Flusses, eines Hauses, Bäume, Gras und einem bewölkten Himmel.

Windpark-Ausbau im Hochsauerlandkreis spaltet Naturschützer und Politik

Im Hochsauerlandkreis sorgt ein umstrittenes Bauprojekt für Aufsehen: Eine Zufahrtsstraße für einen neuen Windpark wird durch ein geschütztes Naturschutzgebiet ausgebaut. Die Arbeiten, die dem Transport von Turbinenteilen zum Windpark Aupketal in der Nähe des Möhnesees dienen, stoßen bei lokalen Politikern und Umweltschützern auf scharfe Kritik – vor allem wegen der möglichen Folgen für das empfindliche Ökosystem.

Die Trasse führt durch das Aupketal bei Arnsberg-Moosfelde, ein FFH-Gebiet, das für seinen alten Laubbaumbestand, Bäche und Feuchtbiotope bekannt ist. Um den bestehenden Waldweg auszubauen, wurde kalkhaltiger Schotter aufgebracht – eine Maßnahme, die Bedenken wegen möglicher Schäden für die sauren Böden und die heimischen Lebensräume weckt. Kritiker befürchten, dass das Material das fragile Gleichgewicht der Region stören könnte.

Im Kreistag des Hochsauerlandkreises formiert sich Widerstand: Besonders verärgert zeigt man sich darüber, dass ein Antrag auf eine Ortsbegehung abgelehnt wurde. Selbst die Kreisverwaltung räumt Mängel im Bauprozess ein, darunter nicht genehmigte Verdichtungen und Verbreiterungen der Schotterfläche. Dennoch betont man, der Ausbau der Zufahrt sei nicht per se schädlich, da das Gelände durch den ursprünglichen Weg bereits versiegelt gewesen sei.

Betrieben wird der Windpark von der Aupketal Wind Farm GmbH, die derzeit fünf Anlagen auf einer ehemaligen Waldfläche nahe dem Möhnesee errichtet. Bis März 2026 gab es jedoch keine öffentlichen Angaben zu Ausgleichsmaßnahmen für die Zerstörungen im FFH-Gebiet.

Der Ausbau der Zufahrtsstraße bleibt ein Zankapfel: Umweltbedenken und verfahrensrechtliche Kritikpunkte sind nach wie vor ungelöst. Zwar hat die Kreisverwaltung Baufehler eingeräumt, doch die mangelnde Transparenz bei Kompensationsleistungen lässt Fragen zum langfristigen Einfluss auf das geschützte Aupketal offen.

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