Albaniens "Flamingo-Revolution": Warum ein Trump-Projekt Naturschützer alarmiert
Nico MeyerAlbaniens "Flamingo-Revolution": Warum ein Trump-Projekt Naturschützer alarmiert
Albanien, ein kleines Balkanland an der Adria, steht selten im globalen Rampenlicht. Doch jüngste Proteste auf einer geschützten Insel, bei denen pinkfarbene Flamingo-Ausschnitte eine Rolle spielten, haben internationale Medienaufmerksamkeit erregt. Im Mittelpunkt der Demonstrationen steht ein umstrittenes Immobilienprojekt, das mit Jared Kushner in Verbindung gebracht wird – dem Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump.
Der Konflikt entzündete sich, als auf der Insel im Vjosa-Narta-Delta, Europas erstem Nationalpark für Wildflüsse, die Bauarbeiten begannen. Die Protestierenden, die sich selbst als „Flamingo-Revolution“ bezeichnen, fürchten, dass das von der Trump-Familie geplante Resort die heimische Tierwelt gefährdet. Hinter dem Vorhaben steht Kushners Investmentfirma Affinity Partners, die wirtschaftliche Verbindungen zwischen Israel und der arabischen Welt stärken will.
Der albanische Ministerpräsident Edi Rama verlieh einem mit Kushner verbundenen Unternehmen den Status eines „strategischen Investors“, wodurch Umweltprüfungen umgangen werden können. Rama pflegt zudem Kontakte zur Volksmudschaheddin-Organisation (MEK), einer iranischen Exilgruppe, die sich gegen Teheran stellt, und wirft dem Iran vor, die Proteste zu schüren. Albaniens Rolle passt in die „Peripherie-Strategie“ Israels, die darauf abzielt, Bündnisse mit nichtarabischen Staaten an den Rändern des Nahen Ostens aufzubauen.
Die Proteste zeigen die Spannungen zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Naturschutz in Albanien auf. Die Entscheidung der Regierung, das Projekt im Eiltempo voranzutreiben, hat heftige Kritik ausgelöst. Die Zukunft der Insel – und ihrer Tierwelt – bleibt ungewiss, während die internationale Aufmerksamkeit wächst.






