Amanda Knox unterstützt verurteilte Krankenschwester Lucy Letby – und löst Empörung aus
Nico MeyerAmanda Knox unterstützt verurteilte Krankenschwester Lucy Letby – und löst Empörung aus
Amanda Knox hat sich öffentlich zu ihrer Unterstützung für Lucy Letby geäußert, die ehemalige Krankenschwester, die wegen des Mordes an sieben Babys verurteilt wurde. Bei einer jüngsten Veranstaltung in London sprach sie über die Kontroversen um ihren eigenen Fall und ihre Entscheidung, Kontakt zu Letby im Gefängnis aufzunehmen.
Die Diskussion fand im Greenwich Picturehouse statt, wo Knox auch ihren Dokumentarfilm Mouth of the Wolf vorstellte und mit Kritik seitens der Familie von Meredith Kercher konfrontiert wurde – der britischen Studentin, deren Mord ihr einst angelastet wurde.
Sichtlich bewegt sprach Knox über die Parallelen zu Letbys Fall. Während der Fragerunde kämpfte sie mit den Tränen und verteidigte ihre Haltung zu Justizirrtümern. Sie argumentierte, dass ein Urteil auch dann als unsicher gelten könne, wenn keine eindeutigen Beweise für die Unschuld vorlägen.
Ein Zuschauer berichtete später, Knox habe Letby im Vertrauen geraten, sich "an der Hoffnung festzuhalten". Dies folgte auf einen Brief der Unterstützung sowie ein Exemplar ihrer 2022 erschienenen Autobiografie Frei (Free), die sie Letby ins Gefängnis geschickt hatte. Das Buch schildert ihr Leben nach dem Freispruch im Mordfall Kercher, nachdem sie Jahre in einem italienischen Gefängnis verbracht hatte.
Knox erwähnte zudem ihren Podcast über Letby, der dem Fall zusätzliche Aufmerksamkeit verschafft hat. Allerdings betonte sie, nie direkt mit Letby gesprochen zu haben.
Der Anwalt der Familie Kercher, Francesco Maresca, reagierte scharf auf Knox' anhaltende öffentliche Präsenz. Er warf ihr vor, sich an Kerchers Erinnerung zu "bereichern", und erklärte, die Familie empfindet mittlerweile: "Es ist genug." Die Äußerungen spiegeln die anhaltenden Spannungen zwischen Knox und denen wider, die ihre Rolle im Fall nach wie vor für ungeklärt halten.
Knox' öffentliche Unterstützung für Letby hat die Debatten über Gerechtigkeit und Medienaufmerksamkeit in spektakulären Fällen neu entfacht. Ihr Brief und ihr Buch an Letby sowie ihre emotionalen Äußerungen in London unterstreichen ihr anhaltendes Engagement für das Thema Justizirrtümer. Gleichzeitig zeigt die Kritik der Familie Kercher, wie nachhaltig die Folgen ihres ursprünglichen Prozesses für alle Beteiligten sind.






