Anuga 2025 in Köln: Zwischen Rezession und kulinarischen Zukunftstrends
Jakob BauerAnuga 2025 in Köln: Zwischen Rezession und kulinarischen Zukunftstrends
Die weltgrößte Lebensmittelmesse Anuga kehrt an diesem Wochenende nach Köln zurück
Über 8.000 Hersteller präsentieren auf der Messe ihre neuesten Produkte – von fermentierten Getränken bis hin zu Algenfleisch. Die Veranstaltung findet statt, während die deutsche Lebensmittelbranche ihr drittes Rezessionsjahr in Folge durchlebt: Im frühen Jahr 2025 sanken die Umsätze um fast ein Prozent.
Für deutsche Verbraucher steht beim Einkauf nach wie vor der Preis an erster Stelle. Geschmack folgt auf Platz zwei, während Nachhaltigkeit und gesundheitliche Vorteile deutlich weniger Gewicht haben. Diese Prioritäten bestimmen, was im Regal bleibt: Jährlich kommen rund 40.000 neue Produkte auf den Markt – doch eine ähnliche Zahl verschwindet wieder wegen geringer Nachfrage. Discounter dominieren mittlerweile mit einem Marktanteil von fast 47 Prozent.
Trends auf der Anuga: Von getrocknetem Fleisch bis zu nachhaltiger Verpackung Im Mittelpunkt der Messe stehen dieses Jahr unter anderem Trockenfleisch, fermentierte Getränke und Algen-Carpaccio. Auch die Butterfly-Erbsenblüte (Clitoria ternatea), die in der asiatischen Medizin seit langem als Farbstoff und Kräutertee genutzt wird, gewinnt an Aufmerksamkeit. Das Unternehmen Nesco Gıda İçecek Turizm stellt etwa einen violetten Mocktail auf Basis von Butterfly-Erbsen-Tee vor.
Nachhaltige Verpackungen bleiben ein zentrales Thema: Aldi hat seine Marke Rio d'oro innerhalb des letzten Jahres auf aluminiumfreie aseptische Kartons umgestellt. Derweil testet CU bis Mai 2025 wiederverwendbare Becher für Seeberger-Nüsse – ein Schritt, der zur Anuga-Initiative für Mehrweglösungen passt.
Innovation zwischen Rezession und Verbraucherwünschen Die Anuga 2025 zeigt, wie stark die Lebensmittel- und Verpackungsbranche von den Entscheidungen der Käufer geprägt wird. Angesichts von Wirtschaftsdruck und sich wandelnden Vorlieben müssen Hersteller schnell reagieren. Die Trends der Messe – von pflanzlichen Alternativen bis zu umweltfreundlichen Behältern – spiegeln wider, wie die Branche auf diese Herausforderungen antwortet.






