25 March 2026, 10:14

Zwei Jahre nach dem Brandanschlag von Solingen: Opfer kämpfen noch immer um Gerechtigkeit

Amerikanischer Feuerwehrmann trägt eine Frau auf den Armen, im Hintergrund brennt ein Feuer und ein Tuch hängt an der linken Seite; unten steht der Text "Der amerikanische Feuerwehrmann, schnell zur Hilfe"

Zwei Jahre nach dem Brandanschlag von Solingen: Opfer kämpfen noch immer um Gerechtigkeit

Zwei Jahre nach dem tödlichen Brandanschlag von Solingen warten Überlebende und Angehörige der Opfer noch immer auf angemessene Entschädigung. In der Nacht zum 25. März 2024 brach in einem Wohnhaus in der Grünewalder Straße ein Feuer aus, bei dem vier Menschen ums Leben kamen und andere schwerste Verletzungen mit lebenslangen Folgen davontrugen. Der Täter, Daniel S., wurde später zu lebenslanger Haft verurteilt.

Das Feuer brach in den frühen Morgenstunden aus und schnitt den Bewohnern den Fluchtweg ab. Kıymet Todorova Zhilova, İsmail Emilov Zhilov und ihre beiden Töchter Elis und Gizem starben in den Flammen. Eine andere Familie – ein junges Paar mit ihrem Kleinkind – überlebte nur, indem sie aus dem dritten Stock sprang. Sie erlitten schwere Verletzungen, könnten nun aber Anspruch auf Entschädigung nach dem deutschen Opferentschädigungsgesetz haben.

Daniel S. wurde der Brandstiftung und des Mordes für schuldig befunden. Das Gericht sah als Motiv den Wunsch, sich selbst durch die Schädigung anderer zu erhöhen. Einige Anwälte der Opfer und Angehörige argumentieren, dass der Anschlag auch von Fremdenfeindlichkeit getrieben war, doch die Behörden stufen ihn nicht als Hassverbrechen ein. Ohne Nachweis von Rassismus, Antisemitismus oder Staatsfeindlichkeit kann das Bundesamt für Justiz keine zusätzliche Unterstützung gewähren.

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Die Stadt Solingen hat bisher nur begrenzte Hilfe geleistet, etwa bei der Unterbringung und Flugkosten für im Ausland lebende Angehörige. Eine weitere staatliche Entschädigung blieb jedoch aus. Schmerzensgeldzahlungen bleiben symbolisch, da der Beschuldigte in Haft kein Einkommen hat. Die in Bulgarien lebenden Eltern der Verstorbenen müssen zudem einen "Schockschaden" – also eine psychische Traumatisierung – nachweisen, um überhaupt Anspruch auf Hilfe zu haben. Dieser Prozess gilt als schwierig und unsicher.

Anlässlich des zweiten Jahrestags des Anschlags findet in Solingen eine Gedenkveranstaltung statt, zu der etwa 100 Menschen erwartet werden. Die Opferberatung Rheinland unterstützt weiterhin die betroffenen Familien, doch viele kämpfen nach wie vor mit finanziellen und emotionalen Belastungen.

Trotz der Verurteilung von Daniel S. bleibt die Aufarbeitung des Brandanschlags von Solingen für die Opfer unabgeschlossen. Überlebende und Angehörige sehen sich weiterhin mit rechtlichen Hürden bei der Entschädigung konfrontiert, während die Unterstützung der Stadt begrenzt bleibt. Die anstehende Gedenkfeier erinnert an die verlorenen Leben und die anhaltenden Herausforderungen derer, die zurückblieben.

Quelle