Autoindustrie in der Krise: Warum Deutschlands Produktion um 26 Prozent einbrach
Jakob BauerAutoindustrie in der Krise: Warum Deutschlands Produktion um 26 Prozent einbrach
Deutschlands Autoindustrie steht vor massiven Herausforderungen: Die Produktion ist in den vergangenen Jahren drastisch eingebrochen. Gerlinde Steingrüber, Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), kritisiert die Regierungspolitik für die Zukunft des Sektors und fordert klarere Planungen sowie mehr wirtschaftliches Pragmatismus.
Die MIT, mit rund 25.000 Mitgliedern größter wirtschaftsnaher Verband einer deutschen Partei, hatte zu einem Gipfel im Kanzleramt geladen, um die Sorgen der Branche zu thematisieren. Steingrüber hatte sich ideologiefreie Entscheidungen erhofft – doch die Diskussionen blieben ihrer Ansicht nach hinter den Erwartungen zurück. Weder die wirtschaftlichen Ängste noch der Auftragsrückgang, der viele Hersteller belastet, wurden ausreichend angegangen.
2022 fertigte Deutschland rund 3,4 Millionen Fahrzeuge – ein Rückgang um 26 Prozent im Vergleich zu 2019. Die MIT wirft der Ampelkoalition vor, mit ihrem Fokus auf E-Mobilität sowohl den Klimaschutz als auch die industrielle Stärke des Landes zu untergraben. Der Verband betont, Deutschland brauche ein Mobilitätsmix, der auch moderne Verbrennungsmotoren einschließt, und E-Fuels müssten als gleichwertige Alternative anerkannt werden.
Kritik übt die MIT auch an der „Strategieplattform Transformation der Automobil- und Mobilitätswirtschaft“ der Bundesregierung. Steingrüber warnt, dass Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit als Automobilstandort schwindet und der individuelle Verkehr nicht pauschal diskreditiert werden dürfe.
Der Verband setzt sich weiterhin für die Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft und eine pragmatischere Politikgestaltung ein. Die Branche brauche Planungssicherheit, um sich zu erholen und anzupassen. Ohne diese stehe Deutschlands Führungsrolle in der Automobilproduktion weiter auf dem Spiel.
