19 March 2026, 12:20

Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Dürer-Hasen und Kasperl-Puppen

Eine Gruppe von Menschen in traditioneller bayrischer Tracht, die auf der Straße musizieren und dabei durch eine Straße mit Gebäuden gehen, einige halten Fahnen, im Hintergrund ein Hügel und ein blauer Himmel.

Wenn es grün ist, hopse weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerische Städte tauschen Ampelmännchen gegen Dürer-Hasen und Kasperl-Puppen

Mehrere bayerische Städte haben begonnen, herkömmliche Fußgängerampeln durch lokale Kultursymbole zu ersetzen. Zu den Motiven zählen etwa Nürnbergs Dürer-Hase, Hofs Würstchenverkäufer und Augsburger Kasperl-Puppe. Während einige Entwürfe eine Sondergenehmigung benötigten, wurden andere ohne Zustimmung der Landesregierung installiert.

Das bayerische Innenministerium äußert Bedenken hinsichtlich der Verkehrssicherheit und betont, dass Ampelsignale sofort erkennbar sein müssen. Trotz dieser Kritik planen weitere Städte die Einführung themenbezogener Ampeln – nicht zuletzt wegen der positiven Resonanz in der Bevölkerung.

Augsburg machte 2017 den Anfang mit einer "Kasperl-Ampel" in der Nähe des Puppentheaters. Die Regierung von Schwaben erteilte eine Ausnahmegenehmigung, doch die Kultfigur erscheint nur bei Grün – bei Rot bleibt das klassische Fußgängersymbol erhalten.

Nürnberg ging einen anderen Weg und installierte seinen Dürer-Hasen ohne vorherige Genehmigung. Die Stadtverwaltung argumentierte, Kommunen seien für ihre Verkehrsanlagen selbst verantwortlich und hafteten im Schadensfall. Der Hase, inspiriert von Albrecht Dürers berühmten Gemälde, ist seit Februar 2026 in Betrieb.

Hofs Antrag für einen "Wärschtlamo"-Würstchenverkäufer wurde zunächst aus Sicherheitsgründen abgelehnt. Nach einem erneuten Antrag erhielt die Stadt im März 2026 die Genehmigung; die Kosten von 3.000 Euro übernahm der SPD-Stadtrat. Deggendorf zeigt unterdessen eine Frau, die Knödel wirft, während Straubing mit "Bruder Straubinger" einen lokalen historischen Charakter abbildet.

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München verfügt über drei "Pumuckl"-Ampeln, und in Dachau leuchten Figuren in traditioneller bayerischer Tracht. Aufgrund der großen Zustimmung in der Bevölkerung plant Dachau weitere Motive. Bisher gab die Stadt rund 300 Euro für Schablonen und Grafikdesign aus.

Bayreuth stieg Mitte 2025 mit Wagner-Ampeln in den Trend ein. Das bayerische Innenministerium bleibt jedoch ablehnend und warnt, dass individuelle Figuren Fußgänger verwirren und die Verkehrssicherheit gefährden könnten.

Mittlerweile nutzen mindestens sechs bayerische Städte thematische Ampeln – weitere werden voraussichtlich folgen. Während manche Entwürfe eine offizielle Genehmigung erforderten, setzten andere Städte sie einfach um. Die Debatte, ob lokale Symbole Vorrang vor standardisierten Sicherheitssignalen haben sollten, dauert an.

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