Biogaswerk Maria Veen stellt Anlage still – doch die Zukunft bleibt grün
Johanna AlbrechtBiogaswerk Maria Veen stellt Anlage still – doch die Zukunft bleibt grün
Die Familie Bennings hat eine ihrer fünf Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) im Biogaswerk Maria Veen stillgelegt. Die Schließung erfolgte nach Ablauf einer 20-jährigen Förderperiode gemäß dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Trotz dieses Rückschlags zählt das Werk zu den wichtigen Lieferanten: Jährlich produziert es etwa 700 Megawattstunden an Erdgasersatz für die Wärmeversorgung.
Biogas spielt eine zunehmend größere Rolle im deutschen Energiemix. 2024 erzeugten solche Anlagen rund 12 Prozent des Ökostroms und über sechs Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Eine aktuelle Studie kommt zudem zu dem Schluss, dass Biogas bis 2040 etwa die Hälfte des fehlenden Strombedarfs in wind- und sonnenarmen Phasen decken könnte.
Die Bennings hatten 2023 einen Antrag auf Bundesförderung für den Netzanschluss gestellt, wurden jedoch abgelehnt. Nun wollen sie ihre Anlage modernisieren, um flexibler und bedarfsgerecht Strom zu erzeugen, und beabsichtigen, sich an künftigen Ausschreibungsrunden zu beteiligen. Ihr Vorhaben spiegelt einen bundesweiten Trend wider: Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es rund 1.100 Biogasanlagen, die unabhängig von Wetterbedingungen Strom und Wärme liefern.
Rechtliche Unsicherheiten bleiben jedoch eine Herausforderung. Die EU-Kommission hat das neue deutsche Biogasgesetz noch nicht genehmigt, was Betreiber wie die Bennings in einer Schwebe hält. Immerhin bietet ein Ende 2024 eingeführtes Biogas-Förderpaket bessere Konditionen für Anlagen, die Strom flexibel ins Netz einspeisen.
Das Werk der Bennings läuft weiterhin mit vier KWK-Anlagen, auch wenn eine wegen auslaufender Subventionen geschlossen werden musste. Da Biogas bis zu 50 Prozent des verbleibenden Strombedarfs bundesweit decken könnte, hängt die Zukunft der Branche von klaren regulatorischen Rahmenbedingungen und Investitionen ab. Die Familie konzentriert sich nun darauf, ihre Anlage für eine flexiblere Energieerzeugung umzurüsten.






