Polizei Recklinghausen setzt auf historische Aufarbeitung in der Ausbildung
Jakob BauerPolizei Recklinghausen setzt auf historische Aufarbeitung in der Ausbildung
Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen führte kürzlich eine Gruppe neu versetzter Beamtinnen und Beamter sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Münster in die Villa ten Hompel. Der Besuch der Ausstellung „Geschichte – Gewalt – Gewissen“ ist für die Anwärterinnen und Anwärter der Kreispolizeibehörde Recklinghausen seit Langem fester Bestandteil ihrer Ausbildung. Ziel ist es, ihr Verständnis für die Rolle der Polizei während des Zweiten Weltkriegs und die bis heute nachwirkenden Folgen für die verfassungsmäßigen Werte zu vertiefen.
Die Ausstellung thematisiert die Verbrechen der Ordnungspolizei, darunter ihre Beteiligung am Völkermord an Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma. Gleichzeitig wird aufgezeigt, wie sich moderne Polizeikräfte mit diesem dunklen Erbe auseinandersetzen. Seit 2016 ist der Besuch für neue Beamtinnen und Beamte in Recklinghausen verpflichtend – eine Region, in der ein örtliches Polizeibataillon in Kriegsverbrechen verstrickt war.
Zurhausen begleitete die Anwärterinnen und Anwärter durch die Ausstellung und betonte die Bedeutung der Selbstreflexion. Die Auseinandersetzung mit dieser Geschichte stärke das Bewusstsein dafür, wie wichtig Wachsamkeit beim Schutz des demokratischen Rechtsstaats sei, so die Polizeipräsidentin. Der Austausch animiere die Beamtinnen und Beamten dazu, regelmäßig ihren „moralischen Kompass“ zu überprüfen, während sie demokratische Prinzipien verteidigen.
Bis Ende 2024 bleibt diese Initiative ein zentraler Baustein in der Ausbildung neuer Polizeikräfte. Das Programm stellt sicher, dass die Lehren aus der Vergangenheit im Mittelpunkt ihrer beruflichen Entwicklung stehen.
Der Besuch in der Villa ten Hompel unterstreicht die Verbindung zwischen historischem Bewusstsein und moderner Polizeiarbeit. Die neuen Beamtinnen und Beamten verlassen die Ausstellung mit einem klareren Verständnis ihrer Verantwortung, verfassungsmäßige Werte zu verteidigen. Dieser fortlaufende Dialog bleibt ein Kernstück ihrer Ausbildung und ihres beruflichen Selbstverständnisses.






