Das rätselhafte Arcade-Spiel Polybius: Mythos oder gefährliche Realität?
Tim BöhmDas rätselhafte Arcade-Spiel Polybius: Mythos oder gefährliche Realität?
Seit über 40 Jahren ranken sich mysteriöse Gerüchte um ein rätselhaftes Arcade-Spiel namens Polybius. Das Spiel soll 1981 in Portland, Oregon, aufgetaucht sein und bei den Spielern beunruhigende Erfahrungen hinterlassen haben – von Krampfanfällen bis hin zu Halluzinationen. Doch trotz jahrzehntelanger Spekulationen gibt es bis heute keinen handfesten Beweis für seine Existenz.
Die früheste bekannte Erwähnung von Polybius stammt von der Website coinop.org aus dem Jahr 1998. Später tauchte ein weiterer Verweis in einer Ausgabe des GamePro-Magazins aus dem Jahr 2003 auf. Keine der Quellen lieferte jedoch Belege, und weder Fachpublikationen noch Zeitungen aus den frühen 1980er-Jahren dokumentierten das Spiel jemals.
Der Spielautomat soll schlicht und schwarz gewesen sein, mit hypnotischen, geometrischen Grafiken. Auf dem Titelbildschirm wurde ein Entwickler namens Sinneslöschen genannt – ein deutscher Begriff, der so viel wie "Sinneslöschung" oder "sensorische Deprivation" bedeutet. Spieler berichteten, das Spiel sei süchtig machend, ja sogar gefährlich gewesen und habe körperliche sowie psychische Auswirkungen gehabt.
Im Laufe der Zeit wurden die Gerüchte immer abstruser. Manche Berichte sprachen von "Männern in Schwarz", die Arcades besucht hätten, um die Polybius-Automaten zu überprüfen. Andere vermuteten, dass Spielerdaten für unbekannte Zwecke gesammelt worden seien. Einige behaupteten sogar, Menschen seien nach dem Spielen spurlos verschwunden.
Trotz aller Geschichten bleibt Polybius unbestätigt. Weder Arcade-Aufzeichnungen noch Entwickler-Interviews oder erhaltene Spielautomaten wurden jemals gefunden. Die Legende lebt weiter – doch das Spiel selbst bleibt verschwunden, falls es überhaupt je existierte.






