20 April 2026, 12:17

"Druckfrisch"-Streit eskaliert: Wird Denis Schecks Kritik sexistisch und unfair?

Altes Buchcover mit einem Mann in einem Anzug, der in einem Stuhl sitzt und eine Frau neben ihm steht, beide mit ernsten Gesichtern, betitelt mit "Die Macht der öffentlichen Meinung".

"Druckfrisch"-Streit eskaliert: Wird Denis Schecks Kritik sexistisch und unfair?

Eine hitzige Debatte über Sexismus ist um die Literatursendung Druckfrisch des ARD entbrannt. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht Moderator Denis Scheck, dessen scharfe Kritik an zwei Autorinnen Vorwürfe der Frauenfeindlichkeit ausgelöst hat. Sowohl der Sender als auch Kritiker der Show haben sich mittlerweile in den Streit eingeschaltet.

Ausgelöst wurde die Auseinandersetzung, als Scheck das Buch von Sophie Passmann als "Pegelstandsberichte aus den Untiefen eines trüben Bewusstseins" abtat. Später ließ er das Werk – wie bei ihm üblich für missliebige Bücher – durch eine Rutsche in den Müll wandern. Passmann konterte, seine Rezension sei "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch".

Auch Ildikó von Kürthys Bestseller geriet in Schecks Visier: Er bezeichnete das Buch als "Geklatsch aus dem Damen-WC einer Hochzeit". Von Kürthy reagierte mit einem eigenen Essay auf die Abwertung. Die Schriftstellerin Elke Heidenreich kritisierte daraufhin sowohl Schecks Rezensionsstil als auch den ARD für die Bereitstellung der Plattform.

Der Sender verteidigte Druckfrisch und betonte, das Geschlecht eines Autors spiele bei der literarischen Bewertung "keine Rolle". Zudem gebe es in der Sendung "keinen Platz für Frauenfeindlichkeit". Dennoch halten Forderungen nach einer Überprüfung des Formats an.

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Die Debatte zeigt die Spannungen zwischen literarischer Kritik und geschlechtsspezifischen Vorurteilen. Die Stellungnahme des ARD hat die Kritiker nicht vollständig besänftigt – viele werfen Scheck vor, mit seinen Methoden eine Grenze zu überschreiten. Der Sender steht nun unter Druck, sich mit den Bedenken hinsichtlich Tonfall und Standards der Sendung auseinanderzusetzen.

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